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Aquarellfarben kaufen - Ratgeber und Farbenkunde zu Wasserfarben

Aquarellfarben sind die Grundlage der Aquarellmalerei – wen wunderts?

Aber die Wahl der Aquarellfarbe sollte bewusst stattfinden und sich danach richten, was und wie du malst, und eben nicht auf die erstbeste Farbe fallen.

Wenn du gute Aquarellfarben kaufen willst, bist du hier genau richtig. Hier erfährst du, in welchen Formen Aquarellfarben angeboten werden, wie sie sich unterscheiden und welche Aquarellfarben für dein nächstes Werk zu empfehlen sind.

Die vielen Gesichter der Aquarellfarbe

Aquarellkasten

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Aquarellfarben werden in vier verschiedenen Darreichungsformen angeboten. 

Zum einen werden sie, wie du sie wahrscheinlich kennst, in einem Farbkasten angeboten. Zum anderen sind auch Tuben mit Wasserfarbe keine Seltenheit. Als drittes werden Aquarellstifte angeboten, die ein Hybrid aus Buntstift und Aquarellfarbe sind. Zu guter Letzt ist auch die Gouache eine wasserbasierte Farbe und könnte im  weiteren Sinne zu den Aquarellfarben gezählt werden (auch wenn es offiziell ein eigenständiges Medium ist).

Alle der vier genannten Farbformen bestehen  aus denselben Substanzen, nachdem sie aufgetragen wurden: 

  • Wasser als Lösungsmittel
  • Pigment als Farbmittel
  • Gummi Arabicum als Bindemittel

Weitere Zusatzstoffe können vom Hersteller beigemischt werden, um die Haltbarkeit der Farbe zu verlängern. Auch das Wasser wird je nach Darreichungsform zu einem anderen Zeitpunkt dem Pigment und dem Bindemittel beigemischt. Wasserfarbe und Gouache bestehen bereits zu einem nicht geringen Anteil aus Wasser, die Farben aus dem Farbkasten und aus dem Stift gelangen erst zu ihrer gewohnten Wirkung, nachdem du sie selbst mit Wasser angerührt hast.

Sehen wir uns die vier Darreichungsformen einmal genauer an.

Wasserfarben aus dem Malkasten

Du kannst Aquarellfarben kaufen, die sich in einem Malkasten befinden - genau wie in Grundschule. Aber auch fürs ambitionierte Malen mit Aquarellfarben eignen sich die Farben in den einzelnen Näpfchen sehr gut. Die Farbblöcke sind fest und müssen mit Wasser angerührt werden. Durch das Anrühren der Farben direkt im Malkasten lässt sich die Transparenz genau steuern.

Einziger Nachteil beim Malen mit dem Malkasten ist die benötigte Sauberkeit. Wenn du den Pinsel nicht rein wäschst, nachdem du mit ihm eine Farbe aufgetragen hast, wirst du das Farbnäpfchen der nächsten Farbe verunreinigen. Vor allem bei hellen Farben ist ein hohes Maß an Reinheit gefragt.

Aquarellfarben aus der Tube

Aquarellfarbe Tube

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Die Wasserfarbe, die aus der Tube gedrückt werden muss, besitzt eine dickere Konsistenz als die mit Wasser angerührte Farbe aus dem Näpfchen. Die Tubenfarbe sollte auf eine Palette gedrückt und mit Wasser verdünnt werden, bevor sie auf das finale Werk aufgetragen wird. Genau wie „Näpfchenfarbe“ kann auch die Farbe aus der Tube nach dem Trocknen wieder angerührt werden, indem du dich ihr erneut mit Wasser näherst.

Die Farben aus der Tube lassen sich ein wenig müheloser zubereiten als die Farben aus dem Kasten. Eine Verunreinigung der Farbe ist quasi unmöglich, da immer nur die benötigte Menge aus der Tube gedrückt wird.

Einziger Nachteil ist der Umstand, dass die Farben von Haus aus malbereit sind und man dazu verleitet wird, nicht genügend Wasser zum Anrühren der Farbe zu verwenden.

Näpfe oder Tuben?

Wie du siehst, haben beide Formen ihre Vor- und Nachteile.  Die Aquarellfarben aus der Tube eignen sich leichter, um größere Flächen zu malen, dafür sind die Farbkästen perfekt, um unterwegs Skizzen anzufertigen.

Die Entscheidung zwischen einem Aquarellkasten  und den Farben aus der Tube ist daher höchst individuell. Das gute daran ist, dass du dir dein eigenes Farbspektrum selbst zusammenstellen kannst. Die Näpfchenfarben werden genauso wie die Tubenfarben von führenden Herstellern einzeln verkauft.

Hier siehst du die Mischbarkeit einzelner Farben der äußerst beliebten Winsor & Newman "Cotman"-Serie, deren Farben sowohl im Kasten als Set als auch einzeln vertrieben werden:

watercolour mixing chart

Gouache

Die Gouache ist eine hochpigmentierte Wasserfarbe mit deckendem Farbauftrag. Wir haben ihr einen eigenständigen Artikel mit allen Basisinformatione sowie den Vor- und Nachteilen gewidmet.

Aquarellstifte

Auch Aquarellstifte sind eine Form der Aquarellfarbe, wenngleich eher ein Hybrid zwischen Zeichen- und Malutensil. Du kannst Aquarellstifte wie einen Buntstift verwenden und klare Striche zeichnen. Diese Striche kannst du anschließend mit reinem Wasser ausarbeiten und verlaufen lassen.

Da du im ersten Schritt sehr präzise Striche setzen kannst, ist die Arbeitsgenauigkeit mit solchen Stiften sehr hoch. Auch das Auslaufen lassen der Farbstriche mit reinem Wasser geschieht wesentlich kontrollierter als beim Malen mit farbbeladenen Pinseln.

Andererseits sind die Möglichkeiten der Aquarellstifte eingeschränkt. Große Flächen malen sich damit schlecht und die beliebte Zufallskomponente gewöhnlicher Aquarellfarben ist zumindest eingeschränkt.

Am besten eignen sich Aquarellstifte als Ergänzung zu flüssigen Farben, um die Vorteile miteinander zu kombinieren und die Nachteile bei einzelner Verwendung zu beseitigen.

Aquarellfarben kaufen - Qualitätsunterschiede

Die meisten Farbtuben und Aquarellkästen kommen in unterschiedlichen Qualitäten. Die häufig vorgenommene Unterscheidung zwischen Farben für Einsteiger und Fortgeschrittene, wie sie auch bei der Acrylfarbe üblich ist, zieht sich auch bei Wasserfarben durch das Produktsortiment der Hersteller.

Künstlerfarbe, also solche die fortgeschrittenen Künstlerinnen und Künstlern empfohlen wird, ist normalerweise höher pigmentiert und wird in einem breiteren Farbspektrum angeboten. Dahingegen bestehen Einsteigerfarben, die häufig von Schülern verwendet werden, zu einem höheren Anteil aus dem Bindemittel - dem günstigeren Bestandteil der Farbe.

Als Einsteiger in die Aquarellmalerei kannst du ohne Bedenken Aquarellfarbe kaufen, die für Schüler und Einsteiger beworben wird. Allen voran wird sich dein Geldbeutel darüber freuen, das du die etwas preiswertere Option gewählt hat. Wenn du gleich etwas mehr Geld in die Hand nehmen willst, um eine beständige, kräftige Aquarellfarbe zu kaufen, ist das auch als Einsteiger vollkommen in Ordnung. Du wirst mit einer besseren Farbqualität und möglicherweise auch mit einer besseren Verarbeitbarkeit der Farbe belohnt.

Beständigkeit der Aquarellfarbe

Anders als bei der Acrylfarbe, bei der sogar extrem günstige Marken ziemlich licht- und wetterbeständige Ergebnisse erzielen, spielt die Beständigkeit bei der Aquarellfarbe eine große Rolle. Die Beständigkeit der Farbe hängt direkt mit der Qualität und damit auch mit dem Preis der Farbe zusammen.

Je höher die Pigmentierung und je geringer der Anteil von Zusatzstoffen in der Farbe, desto beständiger wird die Farbe sein. Licht kann den eingetrockneten Pigmenten wenig anhaben, verbleicht oder vergilbt synthetische Füllstoffe allerdings relativ schnell mit den Jahren.

Transparenz der Aquarellfarbe

Aquarellfarben Transparenz

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Aquarellfarbe ist transparent, das ist so. Die Kunst der Hersteller ist es, eine Farbe zu schaffen, die transparent ist, aber ihre Leuchtkraft nicht verliert. Obwohl du die Farbe durch Zugabe von Wasser immer transparenter auftragen kannst, ist irgendwann ein Limit erreicht, das die Farben einfach fleckig und unsauber wirken lässt. Daher ist es wichtig, dass du Aquarellfarben kaufst, die bei normaler Verwendung die gewünschte Transparenz aufweisen.

Im Gegensatz dazu stehen Gouachefarben, die aufgrund ihrer außergewöhnlich hohen Pigmentierung sehr deckend sind. 

Die besten Aquarellfarben im Vergleich

Winsor & Newton Cotman

Winsor & Newton Cotman

Cotman sind die beliebten Einsteigerfarben von Winsor & Newton. Die Cotman-Farben sind preiswert und für ihre Preisklasse hoch pigmentiert. Der Anteil an Bindemittel ist verhältnismäßig niedrig, sodass man bereits in diesem Preissegment ein mattes Ergebnis mit hoher Leuchtkraft erzielen kann.

Die Farben sind einzeln verpackt und verbinden sich erst mit ihren Näpfen, nachdem sie mehrmals angerührt wurden. Als 12er Set gibt es einen Rotmarderpinsel dazu, sodass du gleich loslegen kannst. In diesem Set hat W&N folgende Farben zusammengestellt (Chinesischweiß, Kadmiumgelb hell und dunkel, Saftgrün, Alizarinkarmesin, Ultramarin, Kadmiumrot, Chromoxidgrün, Ocker, Siena, Umbra, Kobaltblau).

Alles in allem bieten die Winsor & Newton Cotman Aquarellfarben ein hervorragendes Preis/Leistungs-Verhältnis. In dieser Preisklasse gibt es wenige Farben, die sich so unkompliziert verarbeiten lassen und deren Leuchtkraft so hoch ist. Du kannst diese Aquarellfarben als Anfänger kaufen, machst aber mit ihnen auch als fortgeschrittener Wassermaler nichts falsch.

Reeves Aquarellfarben

Reeves Aquarellfarben

Wenn du gerade erst mit der Aquarellmalerei beginnst und mehr über Farbtheorie und Mischtechniken lernen möchtest, ist dieses Einsteigerset von Reeves eine gute, erschwingliche Option.

Die Reeves Farben werden in getrockneter Form in Näpfen und in Farbtuben angeboten. Die Strahlkraft ist im Vergleich zu den Farben von W&N ein wenig geringer, dafür sind die Sets allerdings auch preiswerter. Für den Einstieg kannst du getrost die Reeves Aquarellfarben kaufen, später solltest du etwas mehr Geld in die Hand nehmen.

Schmincke Aquarellfarbe

Schmincke Aquarellfarbe

Die Schmincke Akademie Aquarellfarben sind wohl die hochwertigsten Aquarellfarben made in Germany. Das deutsche Unternehmen stellt diese erstklassigen Farben schon viele Jahre her und seitdem hat sich an ihrem Status nichts geändert.

Die Farben sind in Sachen Pigmentierung, Leichtkraft und Verarbeitung hervorragend. Besonders an den Sets ist, dass Schmincke sie mit halben (1/2) und ganzen (1/1) Näpfchen ausstattet. Die Näpfchen werden in Schienen positioniert. Der Unterschied zwischen einem halben und einem ganzen Näpfchen ist die Breite des Napfes. Ein halber Napf ist genau halb so breit wie ein ganzer Napf. Das hat den Vorteil, dass du dir deinen Malkasten mit der Zeit ganz individuell zusammenstellen kannst. Farben, die du häufig verwendest, würdest du dann in 1/1 Ausführung in deinen Kasten aufnehmen, Farben, die du nur seltener zum Beimischen verwendest,  hingegen nur in 1/2 Ausführung. So optimierst du den im Metallkasten vorhandenen Platz und baust deine eigene Farbpalette gemäß deiner Nutzungsgewohnheiten auf.

Für die Basis kannst du zunächst einen Kasten mit halben Näpfchen wählen, um die Aquarellfarben von Schmincke kennenzulernen. Später kannst du dann dein Farbspektrum anpassen. Dazu bietet Schmincke sogar Farbkästen an, die mit einer vollen und einer leeren Leiste kommen, um einzelne Farben gleich zu Beginn ergänzen zu können.

Preislich sind die Aquarellfarben von Schmincke im oberen Segment anzusiedeln - entsprechend ihrer Qualität. Die in Deutschland hergestellten Farben sind genau das richtige für dich, wenn du ein gewisses Niveau mit deinem Pinsel bereits erreicht hast und nun die Grenzen dieses Mediums testen willst.

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