Aquarellmalerei von A bis Z – Aquarell malen lernen

Die Aquarellmalerei fasziniert dich? Mit den richtigen Grundkenntnissen und ein wenig Übung wirst auch du sagenhafte Bilder voller Atmosphäre und Farbenvielfalt malen können.

In diesem Artikel erhältst du eine ausführliche Einleitung in die Aquarellmalerei. Dazu sehen uns als erstes an, was diese Farbe so besonders macht.

Darauf klären wir, welche Materialien du benötigst und auf welche Dinge du beim Verdünnen und Mischen der Farben achten solltest. 

Am Ende erwartet dich eine Kurzanleitung für dein erstes Aquarell-Kunstwerk.

Besonderheiten der Aquarellfarben

Aquarellfarben bestehen aus feinen Farbpigmenten, einem wasserlöslichen Bindemittel und Feuchthaltemitteln. Sie werden mit viel Wasser verdünnt und lassen sich spielend leicht auftragen. Dennoch ist Aquarellmalen nicht mit Wasserfarben gleichzusetzen, wie du sie aus Kindertagen kennst.

Die Aquarellmalerei ist um einiges vielfältiger. Die auf Wasser basierenden Aquarellfarben können deckend, aber auch lasierend, als hauchdünner Farbfilm aufgetragen werden. Das Farbergebnis ist sehr zart und fließend. Daher eignet sich diese Maltechnik wunderbar zur Darstellung von bezaubernden Blumenbouquets, lieblichen Tier- oder gar ganzen Landschaftsbildern.

Vorteile der Aquarellmalerei 

  • Leichter Start: Du brauchst keine große Vorbereitung, die Farben werden nur mit Wasser angemischt.
  • Auswaschbar: Fleckige Kleidung oder schmutzige Pinsel lassen sich leicht mit Wasser auswaschen.
  • Vermischen der Farben: Durch Neben- und Aufeinandersetzen der dünnen Farbschichten lassen sich Farben mischen und intensivieren (Lasieren). Du kannst aber auch die Farbverläufe verwaschen und für feine Farbverläufe sorgen (Lavieren).
  • Schöne Kontraste: Mit weniger Wasser werden deine Farben deckend und farbintensiv. Dadurch kannst du kontrastreiche Farbflächen und Linien setzen oder „Aussparungen“, ohne Farbe machen.
  • Zarte Farben und Farbverläufe: Je mehr Wasser du deiner Farbe hinzufügst, desto zarter wird der Ton und sanfter die Farbverläufe. Durch einen hauchdünnen Farbauftrag kannst du fließende Bewegungen und feine Farbverläufe schaffen.

Nachteile

  • Verlust an Leuchtkraft: Die Farben verlieren beim Trocknen (Verdunsten des Wassers an der Luft) an Leuchtkraft und können im Ergebnis heller wirken.  
  • Saugfähiger Untergrund notwendig: Dein Maluntergrund sollte saugfähig sein und eine raue Textur haben, damit sich durch den hohen Wasseranteil keine Wellen bilden und die Farbe gleichmäßig trocknen kann.

Welche Materialien du benötigst

Im Gegensatz zur Ölmalerei kannst du mit Aquarellfarben schnell und ohne große Vorkenntnisse mit dem Malen beginnen. Auf einige Dinge solltest du allerdings achten:

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Wähle einen saugfähigen Maluntergrund

Aquarelle gelingen besonders schön auf einem gutsaugenden, rauen Maluntergrund.

Am besten geeignet ist ein strukturiertes Aquarellpapier. Solches Papier mit grob- oder mittelkörniger Oberfläche sind für alle Maltechniken anwendbar und saugen die Farbe schnell auf und lassen sie schnell trocknen.

Für Aquarelle gilt daher generell:

  • Je dicker dein Maluntergrund, desto mehr Wasser kann er aufnehmen und ist strapazierfähiger.

Deshalb sollte dein Papier mindestens eine Stärke von 185g/m² haben, für großflächige Nass-in- Nass- Lavierungen sogar 640 g/m².

Damit verhinderst du einerseits Fleckenbildungen, anderseits auch, dass dein Bild nicht unschön aufquillt oder gar einreißt (z.B. bei Auswaschungen).

Spezielle Papierblöcke gibt es im Fachhandel oder in großer Auswahl auch online. Sie absorbieren die Feuchtigkeit entsprechend und lassen die Farbe gleichmäßig trocknen.

Weitere Maluntergründe: 

  • Heisspresspapier: Auf der glatten Oberfläche (Feinkorn) trocknet die Farbe langsamer und lässt sich gleichmäßig verteilen. Ideal für nasse Lavierungen und Schriftzüge.
  • Handgeschöpftes Bütten-, oder Japanpapier
  • Textilien, wie Leinwand oder Seide

Tipp: Verwende farbiges Papier oder töne dein weißes Blatt mit stark verdünnter Aquarellfarbe (Flachwasch-Technik). 

Tipp: Zum Üben kannst du auch einzelne Blätter erwerben oder ein günstigeres Papier verwenden. Wichtig ist, dass es säurefrei ist und zu 100% aus Baumwolle besteht.


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Investiere in gute Aquarellfarben

Lichtbeständige Künstlerfarben in Tuben & Näpfen:

Für ein schönes Farbergebnis solltest du in hochwertige Künstlerfarben investieren.

Sie sind auf Grund eines höheren Pigmentanteils lichtbeständiger als Schülerfarben und lassen sich leichter abtönen, d.h. dein Bild verblasst nicht so schnell.

Es gibt Farben in Tuben oder getrocknete Aquarellfarben in „Näpfen“. Viele Hersteller geben ebenfalls an, ob die vorgemischten Farben einen eher lasierenden oder deckenden Charakter haben.

Verzichte anfangs auf zu viel Farbenvielfalt, dann fällt dir der Einstieg in die Aquarellmalerei leichter. Mit der Zeit wirst du dir deine ganz persönliche Farbpalette zusammenstellen können. Am Anfang reichen die Primärfarben aus.

Deine Auswahl oder ein Set sollte möglichst viele der folgenden Farbtöne beinhalten:

  • Cobalt-Violet (Lila)
  • Frensh-Ultramarine (Blau)
  • Cobalt-Turquoise (Türkis)
  • Permament-Green (Grün)
  • Graphite (Grau)
  • Black-Tourmaline (Schwarz)
  • Arylid-Yellow (Hellgelb)
  • Cadmium-Yellow (Dunkelgelb)
  • French-Ochre (Ocker)
  • Sepia (Braunton)
  • Cadmiumred (Orangerot)
  • Alizarin-Crimson (Kirschrot)

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Ein Muss: Die Farbpalette

Zum Anmischen der Aquarellfarben mit Wasser und zum Mischen der Farbtöne
brauchst du eine Farbpalette (Kunststoffplatte, einfacher weißer Teller oder eine
Keramikfliese). Du brauchst eine flache Stelle zum Mischen der Farben und
mindestens sechs oder acht kleine Vertiefungen für die angemischten, flüssigen
Farben. Sie muss groß genug sein, um die benötigten Farben anmischen zu können.

Im Gegensatz zur Acryl- oder Ölmalerei solltest du auf deine Palette in der Aquarellmalerei einen gesteigerten Wert legen. Da die Farbe so flüssig ist und schnell einzieht, ist ein Kartonstreifen als Ersatz für eine Palette ungeeignet.


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Beim Pinsel gilt Qualität statt Quantität

Malpinsel & Bürsten

Für deine Grundausstattung solltest du dir vier qualitativ gute Rundpinsel anschaffen.

Bevorzuge Echthaarpinsel, da weicher und saugfähiger sind als synthetische.

Der Rothaarmader-Pinsel ist der exklusivste. Er hat eine dünne Spitze und ist sehr elastisch.

Vielfalt in der Pinselführung

Flächiges Malen: Beim Verteilen der mit viel Wasser angereicherten Farbe, sammelt sich in den Vertiefungen des Maluntergrundes mehr Farbe, als auf den Erhöhungen, dadurch entsteht die typische Struktur eines Aquarells.

Pinselstrich: Mit Aquarellfarben kannst du auch Pinselstriche zum Zeichnen oder Schreiben machen. Nimmst du weniger Wasser, so bleibt die Farbe auf den Erhöhungen der Papiertextur liegen. Dies nennt man Granulieren. Tupfst du die Farbe mit einem feinen Pinsel, wird von Punktieren gesprochen.

Tipp 

Halte deine Pinsel sauber, dann sind sie langlebiger. Wasche sie mit lauwarmen Wasser aus, bis es schäumt und spüle mit klarem, nicht heißem Wasser nach. Stelle sie zum Trocknen kopfüber in ein Glas, damit die feinen Pinselhaare nicht brechen.

Grundausstattung: ​

  • Kleiner Rundpinsel: Super zum Setzen von Details (Nr.4).
  • Mittlerer Rundpinsel: Zum Ziehen breiter Striche und Setzen scharfer Umrisse, Punkte und Linien (Nr.8- 12).
  • Mittlerer Flachpinsel/: Zum Ziehen kräftiger Linien, für gleichmäßige Lavierungen.
  • Verwaschpinsel (Flachwaschbürste): Super zum Verwaschen von Farbflächen und für Korrekturen (hohe Saugfähigkeit).

Weitere Pinsel: 

  • Langstieliger Fächerpinsel: Mit ihm lässt sich die Farbe fedrig verteilen und zarte Nass-in- Nass-Malerei ausführen.
  • Schlepper, Plakatpinsel und Chinapinsel: Diese drei sind ideal für Feinmalereien, schwungvolle Linien und Schriftzüge.

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Halte weitere Malutensilien griffbereit

Aquarellstifte und Ihre Besonderheiten 

Aquarellstifte sind eine tolle Erfindung. Du kannst mit ihnen sowohl zeichnen, als auch malen. Der richtige Umgang erfordert Übung, bietet dir aber zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten.

  • Malen mit Aquarellstiften: Zeichne dein Bild mit wenigen Strichen auf den Maluntergrund und benetze die Farblinien vorsichtig mit Wasser. Sie werden weich verlaufen. Beginne mit hellen Farben und arbeite dich zu den dunkleren Farbtönen vor. Diese enthalten mehr Pigmente und könnten die leuchtenden hellen Farben überschwemmen und ruinieren. Durch weiße Freiflächen kannst du die Wirkung der Aquarellstifte verstärken.
  • Zeichnen mit Aquarellstiften: Aquarellstifte sind fantastisch zum Setzen von Details. Betone einzelne Formen, mache Schattierungen, Umrandungen oder setze nach dem Trocknen deines Aquarells kraftvolle Akzente.

Effekte mit Zahnbürste und Naturschwamm 

Im Haushalt findest du eine Vielzahl kreativer Malutensilien. Mache Farbsprenkel mit einer Zahnbürste oder verwende einen Naturschwamm, um natürliche Darstellungen von Bäumen und Blättern zu erzeugen.

Wasserglas zum Säubern und Benetzen

Du benötigst ein Wasserglas zum Anmischen der Farben und zum Benetzen des Untergrundes, ein weiteres zum Säubern deiner Farbpinsel.

Papiertücher zum Abtupfen

 Halte dir ein weiches Baumwolltuch griffbereit, um Wasser oder überschüssige Farbe vom Pinsel wieder entfernen zu können. Besonders saugfähig sind Papierküchentücher. Mit ihnen kannst du große Mengen Flüssigkeit auch direkt im Bild abtupfen und somit Korrekturen vornehmen oder das Tuch für eigene Effekte nutzen.

Das kleine Ein-mal-Eins der Aquarellmalerei

Die wichtigsten Maltechniken, die Du beim Malen mit Aquarell kennen solltest.

Die wichtigsten Grundtechniken bei der Aquarellmalerei sind das „L​asieren“ und
Lavieren“. Du hast beim Mischen der Farben mehrere Möglichkeiten, die jeweils
einen eigenen, wunderbaren Effekt haben.

Lerne im nachfolgendem Text das kleine Ein-mal-Eins der Aquarellmalerei:

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Lasieren (Anwendung) 

Die erste Grundtechnik ist das Lasieren.

Hierfür verdünnst du Farben mit viel Wasser und malst sie schichtweise über- oder nebeneinander. Dieser dünne, lasierende Auftrag verleiht deinem Bild die typische Strahlkraft von Aquarellen (Lasur). Mischt du deine Farben hingegen direkt im Wasser, geht dieser Effekt verloren.

Die Technik des Lasierens lässt sich unterschiedlich variieren:

Nass-auf-Trocken-Technik

Trage eine stark verdünnte Farbschicht auf einen trockenen Malgrund auf. Nach dem Trocknen kannst du sie mit weiteren Farbschichten übermalen. Verwende immer denselben Farbton und steigere die Farbintensität oder mische ihn durch Übereinanderschichten mit anderen Farben. Durch einen dunkleren Ton kannst du die Farbwirkung auch dämpfen. Es entstehen helle und dunklere Bereiche.

Der Farbverlauf lässt sich gut steuern, so dass du Farbflächen auch nebeneinandersetzen kannst.

Sind die Ränder noch nass, können sie weich ineinander verschwimmen. Sie verblassen und bluten nicht so, wie bei der Nass-in-Nass-Technik.

Lässt du eine Farbschicht erst trocknen, bevor du die Nächste setzt, bilden sich scharfe Ränder an den Farbflächen. Du kannst sie anschließend nicht mehr verwischen, arbeite daher präzise und übe diese Maltechnik vorher.

Trocken-auf-Trocken-Technik

Bei der „Trockenbürstentechnik“ verwendest du zum Anrühren der Farbe nur eine minimale Menge Wasser. Bevor du die Farbe auf das Papier streichst, tupfe weitere Flüssigkeit mit einem Papiertuch vom Pinsel.

Du erhältst eine raue Textur, die sich schön zur Darstellung von Naturlandschaften eignet. Die Farbe wird in einem sehr trockenen Zustand aufgetragen, so dass sie weder verblasst, noch verschwimmt.

Dadurch entsteht ein sattes, beinahe schon deckendes Farbergebnis. 

Trocken-auf-Nass-Technik 

Benetze deinen Maluntergrund gleichmäßig mit einer mäßigen Menge Wasser. Nimm feuchte Farbe aus deiner Farbpalette auf und tupfe deinen Pinsel mit einem Papiertuch ab.

Jetzt kannst du mit der trockenen Farbe auf den noch feuchten Maluntergrund malen. Das Verschwimmen der Farbränder lässt sich leicht kontrollieren und reduzieren, wenn dein Papier vorher kurz trocknen lässt.


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Lavieren (Waschtechniken)

Das Lavieren, die zweit wichtigste Grundtechnik wird in „Verlauf-Technik“ und „Nass-in-Nass-Technik“ unterteilt. Beide beruhen darauf, dass mit viel Wasser angerührte Farben auf einen angefeuchteten Untergrund gesetzt werden und ineinanderfließen oder bewusst verwaschen werden.

Dadurch entstehen feine Farbabstufungen und weitere schöne Effekte:

Nass-in-Nass-Technik 

Für ein intensiveres Ineinanderlaufen der Farben musst du dein Aquarellblatt gleichmäßig mit klarem Wasser benetzen. Behalte den Flachpinsel bei und setze anschließend stark verdünnte Farben auf den angefeuchteten Untergrund oder in eine noch feuchte Bildfläche.

Mit verschiedenen Blautönen kannst du mit dieser Technik einen wundervollen Himmel erzeugen.

Flachwasch-Technik

Verteile eine hauchdünne Farbschicht auf einen angefeuchteten Untergrund und lasse sie als Untermalung für dein weiteres Bild trocknen. Wichtig: Male in eine Richtung.

Graduierte-Wasch-Technik

Stelle dein Aquarellblatt vor dir auf und trage nasse Farbe auf den angefeuchteten Malgrund auf. Arbeite dich von links oben- mit gleichmäßigen Strichen bis zur unteren rechten Ecke vor.

Die Farbe läuft nach unten hinaus und erzeugt einen „Ombré-Effekt“.

Anleitung

In vier Schritten zu deinem ersten Aquarell 

Eine kurze Malanleitung zum Einstieg in die Welt der Aquarellmalerei. Als Vorlage dient dieses bunte Blumenbild. 

Aquarellmalerei Beispiel

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Vorbereitung der Materialien

Fertige verschiedene Abstufen deiner Farbtöne (Grundfarben + Pink). Je mehr du die Farbkonsistenz mit Wasser verdünnst, desto durchscheinender und blasser wird dein Ergebnis.

Teste nun die Verdünnung der Farben und den Pinselauftrag auf deinem Papier. Stelle dir zwei Wassergläser, zum Reinigen und Benetzen und eine Küchenrolle bereit.


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Maluntergrund und erste Farbschicht

Skizziere zunächst dein Motiv auf das Aquarellblatt und markiere damit, wo Farbflächen oder Aussparungen hinkommen.

Anschließend nimm einen Flachpinsel und benetze deinen Maluntergrund gleichmäßig mit klarem Wasser. Setze nun mit einem großen Pinsel sehr flüssige Varianten deiner drei Hauptfarben auf den nassen Untergrund.

Durch den lavierenden Farbauftrag verlaufen die Farbflächen weich ineinander und trocknen schnell: Oben, links: sehr helles, zartes Grün. Unten, rechts: dünnflüssiges Gelb. Mittig: zartes, transparentes Rosa. 


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Mischen der Farbtöne

Ist die erste Farbschicht getrocknet, kannst du stellenweise einen dunkleren Farbton (mit weniger Wasser) über die vorhandenen Farbflächen tupfen. 

Dort wo du mehrere gleichfarbige Flächen über- oder nebeneinandersetzt, werden die Farben kräftiger.

Wiederhole diesen Vorgang beliebig, z.B. auf den Blütenblättern. Erzeuge weiche Übergänge durch Malen auf der noch feuchten Farbfläche oder warte für schärfere Kanten bis der Untergrund trocken ist. 

Mische aus Dunkelblau eine sehr transparente Farblasur und setze sie zum Trüben einer Bildstelle auf die bereits getrocknete Farbfläche. Beginne stets mit hellen Farbtönen, da sich Trübungen nur schwer korrigieren lassen.


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Konturen und Farben intensivieren

Löse zum Abschluss das Farbpigment mit wenig Wasser an, tupfe überschüssige Flüssigkeit mit einem Papiertuch ab und ziehe nun auf dem schon getrockneten Malgrund bewusste Linien und setze farbintensive Akzente (Blütenherzen und Blattränder).

Voilà. Dein erstes Aquarell- Kunstwerk ist fertig!

Aquarellmalerei im Laufe der Jahrhunderte

Du benötigst ein wenig Inspiration der prägendsten Aquarell-Künstler aller Zeiten? In diesem Abschnitt gehen wir auf die Entwicklung der Aquarellmalerei im Laufe der Jahrhunderte ein - und was du daraus lernen kannst.

Ursprünge und erste Aquarelle

Aquarellmalerei stand lange Zeit in der Rangfolge künstlerischer Techniken ganz weit hinten, wenn überhaupt wurde sie als Mischtechnik angewendet. Wobei sie eigentlich als eine der ältesten Maltechniken überhaupt bezeichnet werden kann.

So waren die ersten, steinzeitlichen Höhlenmalereien nichts anderes, als in Wasser gelöster Hämatit (pulverisierter Stein) oder Holzkohle, die mit einem Haarpinsel auf die Wand aufgetragen worden ist. Altertümliche, bemalte Papyrusrollen aus Ägypten und alte Schriftstücke aus dem asiatischen Raum sind ebenfalls überliefert.

Kalligraphie, das malerische Schreiben hat dort lange Tradition (seit 900 n.Chr.). Selbst heute findet das Malen mit wasserlöslicher Tusche oder Markern, als sog. „Lettering“ zahlreiche Anhänger.

Im mittelalterlichem Europa wurden Aquarellfarben für Wandmalereien und zum Bemalen von Buchillustrationen verwendet. Weil es Papier in größeren Mengen erst seit Zeiten des Buchdruckes (10 Jh.) gab, verwendeten Mönche überwiegend Papyrus oder gegerbtes Leder, sog. Pergament für ihre Miniaturmalerei. Da beide Untergründe Ocker farbig sind, verwendeten sie Aquarellfarben zunächst deckend und haben die Farbe Weiß beigemischt.

Aquarell- eine Mischtechnik für Malstudien und zum Kolorieren 

Ab dem 15. Jahrhundert kamen Aquarellfarben als lasierender Auftrag zum Kolorieren von Tuschezeichnungen und Holzschnitte zum Einsatz. Das als mindere Maltechnik verkannte Aquarell diente der höher angesehenen Ölmalerei nur für Zeichenskizzen und Vorstudien.

Aufgewertet wurde sie erstmals durch schon zu Lebzeiten namenhafte Künstler, wie Rembrandt van Rijn und Albrecht Dürrer. Die feinen und detailreichen Aquarelle Dürrers, wie z.B. der Feldhase (1502) sind bis heute ein Vorbild für Liebhaber des Fotorealismus. Da das Aquarell früher nur als Mischtechnik verwendet wurde, wird oft von Gouache- und Wasserfarben, statt Aquarelltechnik gesprochen.

In der frühen Neuzeit gab Maria Sybilla Merian der Aquarelltechnik ein weibliches Gesicht. Die Künstlerin verwendete die Farben zum Kolorieren ihrer berühmten Blumen- und Insektenstiche. Durch das Übereinanderschichten hauchdünner Farbschichten gelang es ihr, die Illustrationen in ihrer vollen Farbenpracht zum Leuchten zu bringen. Aber auch hier handelte es strenggenommen um keine reine Aquarellmalerei.

Mit William Turner kam das Aquarell erstmals auf die Leinwand 

Als eigenständige Kunsttechnik wurde das Aquarell erst ab dem 18. Jahrhundert angesehen. Maßgeblich dafür verantwortlich war der englische Maler William Turner. Er war der erste, der Aquarellfarben direkt auf eine Leinwand aufgetragen hat. Dank seiner Bilder gewann die Aquarellmalerei zunehmend Anerkennung.

William Turner Aquarell

Stimmungsvolle Landschaften wurden populär

Zahlreiche Künstler der Moderne, wie die Impressionisten Paul Cézanne und Eugène Delacroix bewunderten Turners Landschaftsbilder auf Grund ihrer atmosphärischen Stimmung. Letzterer entdeckte die Vorzüge der Aquarellmalerei auf einer Afrikareise.

Zum Anmischen benötigte er nur Wasser und wenig Ausrüstung. Zudem eigneten sich die leuchtenden Farben ideal dazu, die Lichtimpressionen der Mittelmeersonne darzustellen.

Trotz starker Konturen gelang es ihm in der Darstellung eines „Marokkanischen Innenhofs“ die seichte Stimmung des Augenblickes beizubehalten.

Eugene Ferdinand Victor Delacroix Bild

Eugene Ferdinand Victor Delacroix: Marokkanischer Innenhof

Realistisch oder abstrakt? Beim Aquarell malen geht beides

Anhänger der traditionellen Malschule, der sog. „Alten Meister“ lehnen die abstrakte Malweise ab und betonen, dass Aquarellmalerei durchaus dazu geeignet sei nach der Natur zu malen. Das dies möglich ist zeigen die zeitgenössischen Aquarelle von Christian Modernson.

Die Eigenschaften der Aquarellmalerei trugen Anfang des Jahrhunderts wesentlich zu der Entwicklung des Im- und Expressionismus bei. Malen mit Aquarellen war einfach zu handhaben, auch im Freien (en pein air) und ermöglichte es mit neuen Maltechniken zu experimentieren.

Winslow Homer Nach dem Tornado Aquarell

Winslow Homer: Nach dem Tornado

Der Amerikaner Winslow Homer beispielsweise vermochte es, in seinem Bild "Nach dem Tornado" durch starke Farbkontraste und verschwommene Konturen, Stimmungen des Wetters einzufangen.    

Graphische Aquarelltechniken für Illustrationen

Der schwedische Maler Carl Larson hingegen verlieh seinen Aquarelldarstellungen graphische, comichafte Konturen, die besonders bei Kinderbuchillustrationen beliebt wurden. Die Umrandungen in seinem Bild „Frühstück unter der großen Birke“ stehen im starken und dennoch harmonischem Kontrast zu den pastellfarbenen Familienidyll.

Künstler der Moderne experimentieren mit abstrakten Aquarellbildern

Aquarellfarben zeichnen sich durch ihre Leuchtkraft und Farbintensität aus. Wie Farben regelrecht um die Wette strahlen kannst du in August Mackes tunesischer Stadtansicht „Kairouan“ sehen. 

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Mithilfe der Aquarelltechnik des Lasierens gelang es dem Maler die Farbintensität maximal zu steigern. Er sorgte durch das Nebeneinandersetzen großer Farbflächen für starke Kontraste und sichtbare Konturen. Im oberen Bildteil verschwimmen diese jedoch, um einen Abendhimmel anzudeuten. Dadurch verblassen die Konturen und es entsteht ein Eindruck von Tiefe, während im vorderen Teil des Bildes die markanten Mauerwerke der Stadtansicht betont werden.

Weniger flächig, aber nicht minder eindrucksvoll gestaltete Paul Cézanne in seinem Bild „Fluß bei der Brücke der drei Quellen“ die Lichteindrücke einer Wasserlandschaft:

Warum Aquarellmalerei für Anfänger attraktiv ist

Abstrakte und vereinfachte Formen sind gerade für Einsteiger der Aquarellmalerei eine gute Möglichkeit, um ohne monatelanges Üben zu schönen Resultaten und Bildern zu kommen.

Paul Cézanne: Foliage

Heute ist die Aquarellmalerei ein fester Bestandteil in der Kunstgeschichte und gewinnt zunehmend an Beliebtheit. Abstrakte Blumenaquarelle, wie die „Tulpen und tränendes Herz“ von Emil Nolde, sowie Paul Cezannes „Foliage“ sind heute beliebte Malvorlagen für Anfänger, aber auch für Stockbilder beim Webdesign oder der Gestaltung von Firmenlogos und Blogs.

Aquarell malen lernen

Um die Aquarellmalerei zu lernen musst du nicht wie früher jahrelang bei einem Meister in die Lehre gehen, jedoch benötigst du viel Disziplin und Geduld.

Übe zu beobachten und nimm dir die Freiheit mit Maltechniken und dem Material zu experimentieren und auch mal Fehler zu machen. Wenn du aus den Fehlern lernst, wirst du schnell besser werden und tolle Aquarelle malen.

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