Alles über Aquarellstifte: Vorteile, Anleitung und Techniken

Aquarellstifte sind eine ausgezeichnete Ergänzung zur Aquarellmalerei mit Pinsel. Die handlichen Stifte sind vielseitig einsetzbar, bedürfen allerdings einer Einweisung zur richtigen Handhabung.

In diesem Ratgeber erfährst du alles, was du über Aquarellstifte wissen musst: Wie sie funktionieren und wo ihre Stärken und Schwächen liegen, welche Hersteller zu empfehlen sind und welche Techniken du anwenden kannst. 

Aquarellstifte: Wie funktionieren sie

Aquarellstifte Pflanzen

Foto: Gluiki / Shutterstock.com

Aquarellstifte vereinen die Eigenschaften von Aquarellfarben mit der Handlichkeit von Buntstiften. Du kannst mit ihnen auf einen nassen Untergrund malen oder mit ihnen wie gewöhnliche Buntstifte zeichnen.

Besondere Effekte erzielst jedoch nur dann, wenn du sie unter Zugabe von Wasser verwendest. In diesem Fall verwischen und verschmelzen die Farben miteinander wie du es aus der Aquarellmalerei gewöhnt bist - mit einem großen Vorteil: Ihre Farbe lässt sich leichter dosieren und kontrollieren, sodass keine grauen Farbpfützen enstehen, sondern echte Farbverläufe.

Darüber hinaus sind sie noch leichter zu reinigen als Aquarellpinsel, die sich mit Farbe aufgesaugt haben.

Bekannte Aquarellstift Marken

Malgrund

Mit Aquarellstiften solltest du auf einem als Aquarellpapier deklarierten Malgrund malen. Das Papier eignet sich bestens sowohl für die Aquarellmalerei mit Pinseln als auch für den Einsatz von Wasser und Aquarellstiften. Falls du die Stifte wie Buntstifte ohne Zugabe von Wasser nutzen willst, kannst du selbstverständlich auch auf jedem anderen Zeichenpapier malen, das weniger saugkräftig ist.

Einen mit einer Leinwand bespannten Keilrahmen mit Aquarellstiften zu verwenden ist nicht zu empfehlen. Die raue Oberflächenstruktur der Leinwand verträgt sich mit der zarten Stiftspitze nicht sonderlich gut. Die Linien verteilen sich ungleichmäßig und es entstehen Berge und Täler mit zu viel oder zu wenig Farbmischung. Falls du auf eine Leinwand nicht verzichten willst, kannst du die Malfläche mit zusätzlichen Lagen Gesso überpinseln. Das Kreide-Gemisch nivelliert die Oberfläche, sodass sich keine Pfützen mehr bilden werden.

Aquarellstifte Techniken

Ohne Wasser

Wie eingangs erwähnt, kannst du die Aquarellstifte auch wie Buntstifte ohne Zugabe von Wasser einsetzen. Die Strahlkraft und die Wirkung der Farbe erinnert bei dieser Technik stark an eine gewöhnliche Buntstiftzeichnung.

Selbstverständlich kannst du die Aquarellstifte auch zur Konturierung deines mit Wasser gemalten Werks einsetzen. So lassen sich die Wirkungen miteinander kombinieren oder gar intensivieren.

Trocken dann nass

Bei dieser Technik trägst du zunächst die trockene Stiftspitze auf einen trockenen Malgrund auf. Anschließend nimmst du einen mit Wasser durchnässten Pinsel zur Hand und verstreichst die harten Farbstriche des Stifts. Dabei kannst du Farbverläufe erschaffen oder die einzelnen Farben miteinander verbinden.

Die Pinselstriche verlieren zunehmend an Sichtbarkeit, sodass du sie mit entsprechend viel Wasser vollständig mit der Farbfläche verschmelzen kannst.

Der Vorteil der "Trocken-dann-Nass"-Technik liegt darin, dass du die Menge an Wasser sehr gut dosieren kannst und das Wasser zielgerichtet verstreichen kannst (beispielsweise von einer Strichkante weg).

Nasse Stiftspitze

Wenn du gleich Wasser auf deinen Malgrund bringen willst, wenn du mit dem Stift malst, kannst du die Stiftspitze wiederholend in Wasser eintauchen. So verläuft die Farbe bereits beim Kontakt mit dem Untergrund wie beim Auftrag mit einem Pinsel.

Der Vorteil dieser Aquarellstift Technik liegt in der Genauigkeit der Linie. Aufgrund der dünnen Stiftspitze kannst du schmale Linien ziehen, die eben nicht wie Striche aussehen.

Nachteilig ist allerdings, dass du die Spitze ständig (Schon nach ganz kurzer Strecke) erneut ins Wasser tunken musst.

Trocken auf nass

Wenn du so ähnlich wie mit Aquarellfarben malen willst, empfiehlt es sich, eine Fläche des Bildes vor dem Kontakt mit der Aquarellstiftspitze zu benässen. Tauche dazu deinen Pinsel in ein Glas Wasser und benässe damit den Malbereich, den du dir als nächstes vorgenommen hast.

Achte darauf, nicht gleich das ganze Bild mit Wasser einzustreichen, weil du es wahrscheinlich nicht bearbeiten kannst, bevor das Wasser bereits getrocknet ist.

Um einen weicheren Übergang beim Kontakt mit der Stiftspitze zu erzeugen, kannst du die Spitze wieder einmal mit Wasser anfeuchten. So kann die Farbe des Stifts besser mit dem Wasser des Malgrunds verschmelzen.

Kombinieren

Natürlich bist du nicht an eine einzelne Aquarellstift Technik gebunden. Du kannst sie nach Belieben miteinander kombinieren. Auch kannst du den Einsatz der Stifte mit dem Einsatz von Pinseln abwechseln.

Während sich die Effekte der Stifte mit der passenden Menge an Wasser beinahe so steuern lassen wie die der Aquarellmalerei mit Pinseln, sind die gezogenen Linien tendenziell trotzdem etwas härter und direkter. Die Kombination aus Stift und Pinsel ist das, was vielen Bildern das gewisse Etwas verleiht.

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