Bleistift Härtegrade – Alles über die HB-Skala

H, HB, B? Was bedeuten diese Initialen im Bezug auf den Bleistift? Damit sind die Bleistift Härtegrade gemeint. Sie zeigen dir, wie weich oder wie hart dein Stift im Vergleich zur mittleren Härte "HB" ist.

Hier erfährst du, wie die Bleistifte eingeteilt werden, woher die Skala stammt und wie du verschieden harte Stifte einsetzt, um einzigartige, kontrastreiche Zeichnungen anzufertigen.

Die Mine des Bleistifts

Aber von vorne: Die Mine des Bleistifts besteht aus einem gebrannten Graphit-Ton-Gemisch. Früher hielt man das darin enthaltene Graphit für Blei, wobei man irgendwann den Fehler einsah, die Bezeichnung aber nicht mehr änderte. Die Linie, die der Bleistift auf dem Papier hinterlässt, wird dadurch bestimmt, welches Verhältnis von Graphit zu Ton der Hersteller wählt. Je mehr Ton die Mine enthält, desto härter ist der Stift und desto heller ist die Zeichnung. Je geringer der Tonanteil, desto weicher und dunkler die Striche.

Die Härtegrad-Skala

Um die verschiedenen Bleistift Härtegrade unterscheiden zu können, gibt es die Skala von H nach B. Dabei handelt es sich um die europäische Skala, wohingegen in Amerika von Härtegrad 1 bis 4 durchnummeriert wird.

Die HB-Skala wurde vom tschechischen Hersteller Koh-i-Noor erfunden. Der Firmengründer Joseph Hardtmuth hat herausgefunden, dass er eine Ton-Graphit-Mischung mit verschiedenen Anteilen pressen kann, die wiederum unterschiedliche Resultate erzielen.

Die Bezeichnung der Skala ergibt sich aus dem Nachnamen Hardtmuth (H) und dem Ort des Firmensitzes Budweis (B). Darüber hinaus gibt es einen Härtegrad F, dessen Bezeichnung sich auf Franz Hardtmuth zurückführen lässt. F ist nur minimal härter als HB, sodass man diesen Bleistift Härtegrad heutzutage nur selten findet. Die Firma Koh-i-Noor stellt auch nach all den Jahren Künstlerbedarf her.

Die amerikanische Skala wurde von Nicholas Conte eingeführt, hat sich aber nicht durchgesetzt, da damals nur mittlere Härtegrade in die Skala aufgenommen wurden. In erster Linie wird die amerikanische Skala für Schreibbleistifte angewandt, nicht aber für Bleistifte zum Zeichnen, da die Bandbreite nicht groß genug ist.

Bleistift Härtegrade in der Anwendung

Bleistift anwendung

Für die meisten Anwendungen wie einfaches Skizzieren oder Schreiben sind mittelharte Bleistifte am besten geeignet. 2H, HB oder 2B sind allesamt mittlere Härtegrade und daher perfekt für solche Aufgaben geeignet. Die hinterlassenen Striche sind kontrollierbar, nicht zu dunkel und nicht zu hell, nicht besonders dünn oder dick.

Härtere Stifte, beispielsweise von 3H bis 6H, sind gut geeignet für Vorzeichnungen und Skizzen. Die Linien eines solch harten Pinsels sind sehr präzise und lassen sich sehr hell auftragen, sodass sie sich gut als Vorzeichnung eignen.

Weichere Stifte mit kräftigerem Auftrag eignen sich zur Ausgestaltung einer Vorzeichnung bzw. für alle Stellen, die extrem dunkel gezeichnet werden sollen. Da die Stifte von 3B bis 8B so weich sind, nutzt sich die Spitze schnell ab: Die Spitze wird schnell breiter, der Linien ungenauer, die abgegebene Menge an Material dadurch größer.

Generell lautet die Antwort aber: Erst eine Kombination aus harten, weichen und mittelharten Bleistiften präpariert dich für die vielseitigen Zeichenaufgaben. Die hellen Töne eignen sich gut für ganz leicht schattierte Stellen und Vorzeichnungen, die dunklen Töne für die beinahe schwarzen Stellen. Mittelharte Stifte sind die Allrounder in deiner Stifte-Arsenal.

Weitere Faktoren bei der Wahl der Bleistifthärte

Bleistift Härteskala

Foto: V J Matthew / shutterstock.com

Abgesehen davon, dass du mit einer Auswahl an Stiften ausgestattet sein solltest, richtet sich die Wahl, zu welchem Bleistift du greifen solltest, nach mehreren Faktoren.

Die drei wichtigsten Faktoren:

  • Wie viel Druck du auf den Bleistift gibst
  • Wie rau das Papier ist
  • Wie du beim Zeichnen vorgehst

Druck

Manche Zeichnerinnen und Zeichner halten den Stift fest in der Hand und üben viel Druck auf das Papier aus. Wenn du von Haus aus dazu neigst, etwas fester aufzudrücken, brauchst du keine ganz weichen Stifte. 6B oder 8B wirst du wahrscheinlich nicht benötigen.

Papier

Eine glatte Oberfläche des Papiers reibt den Stift nicht so gut ab. Hier wirst du einen härteren Stift benötigen, um dieselbe Schattierung wie auf rauem Papier hinzubekommen. Etwas rauere Papiere sind perfekt für weiche Bleistifte geeignet, wobei das Endergebnis ebenfalls etwas markanter und nicht ganz so glatt aussehen wird.

Zeichnen

Je nachdem, ob du eine Skizze zeichnen willst oder eine detaillierte Zeichnung bearbeitest, brauchst du entsprechende Stifte. Eine Skizze zeichnet sich ohne Probleme mit lediglich einem Stift im mittleren Härtebereich. Eine detaillierte Zeichnung benötigt die hellen Schattierungen gleichermaßen wie die dunklen Highlights.

Bekannte Bleistift Hersteller

Obwohl man sich im Großen und Ganzen auf die Angaben zum Bleistift Härtegrad verlassen kann, variieren die Qualitäten und das Zeichenverhalten deutlich. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass jeder Künstler eigene favorisierte Hersteller hat.

Bekannte Hersteller sind:

  • Faber-Castell
  • Staedtler
  • Stabilo
  • angle-right
    Koh-I-Noor

Fazit zu den Bleistift Härtegraden

In einer Zeichnung ist es wichtig, verschieden dunkle Töne zu vereinen, um eine reichhaltige Wirkung zu erzielen. Nicht jeder Stift ist in der Lage, dieselben Kontraste zu erzielen, egal wie feste du drückst. Daher ist es wichtig, stets eine Auswahl passender Bleistifte in unterschiedlichen Härtegraden zur Verfügung zu haben.

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