Die besten Tennisspieler aller Zeiten – Unsere Top 5

Wer ist der beste Tennisspieler aller Zeiten? Heiß diskutiert und nicht genau definiert, gibt es eine Reihe von Ranking-Ansätzen.

In diesem Artikel findest du unsere Top 5 der besten und erfolgreichsten Spieler der letzten 70 Jahre. Dazu haben wir die Erfolgsstatistiken, die Umstände der Zeit und die Magic Moments der Spielerkarrieren zugrunde gelegt.

Novak Djokovic Hobbeasy

Platz 5

Auf Platz 5 sehen wir ein Allround-Talent aus Serbien, das beinahe keine Schwächen offenbart.

Novak Djokovic

Jahre als Profi: 2003 - heute
Titel: 68
Davon Grand Slams: 12

"Ich hatte ihn schon seit einiger Zeit in meinem Rückspiegel beobachtet", sagte Rafael Nadal 2006 über Djokovic. "Er klettert die Rangliste empor und ich weiß, dass er schon bald mit mir um die Spitze kämpfen wird."

So wie die ATP eine Zwei-Mann-Tournee werden sollte, bei der Nadal und Roger Federer sich für das nächste Jahrzehnt auf ihrem eigenen Tennisolymp duellierten, so kam doch alles anders. Ein junger Teenager aus Serbien trat aufs Spielfeld, um gemeinsam mit den beidem um die Krone des besten Tennisspielers aller Zeiten zu ringen.

Der dreiste Junge aus der Nähe von Belgrad hatte keine Angst vor seinen Rivalen. Er sagte, Nadal sei auf Sand schlagbar, obwohl er zuvor bei den French Open haushoch von ihm besiegt wurde. Bezüglich Federer sagte er, dass er die Führung der Weltrangliste von ihm übernehmen werde - und das, obwohl er zu diesem Zeitpunkt nicht mal ein einziges Grand Slam Finale erreicht hatte.

Aber Djokovic untermauerte seine dreisten Worte mit einer Spielweise, die seine Behauptungen sogar noch überbot. Nachdem er vier Jahre lang unruhig im Schatten von Nadal und Federer gelebt hatte, gewann er 2010 erstmals den Davis-Cup mit dem serbischen Team. Das erlangte Selbstbewusstsein tat auch seinen Einzelerfolgen gut. 2011 gewann er seine ersten 41 Begegnungen, gewann drei Gradlsams, fünf Masters und erklomm erstmals die Spitze der Weltrangliste. Die Saison 2011 beendete er mit einer erstaunlich guten Bilanz von 70-6 Siegen zu Niederlagen.

Djokovic gelang diese einmalig gute Bilanz mit einer Spielweise, die zwar nicht so künstlerisch wie die von Federer und auch nicht so physisch wie die von Nadal war. Dennoch passte sie perfekt in das Spielverhalten des 21. Jahrhunderts. Groß gebaut und kraftvoll, vermischen sich die Offensivschläge Djokovics nahtlos mit seinen Defensivaktionen. Gleichzeitig ist er schnell genug, um beinahe alle Bälle zu retournieren und besitzt eine Rückhand, die seiner Vorhand in nichts nachsteht. Die vielseitige Rückhand, seine große Reichweite und seine Schnelligkeit machen ihn zu einem Spieler mit quasi keinen offensichtlichen Schwächen, die ein Kontrahent ausnutzen könnte.

Das Spiel von Djokovic war verheerend, ohne spektakulär zu sein, und zwar auf jeder Oberfläche, gegen jeden Gegnertyp.

Er erfüllte seine Prognosen seiner Zukunft, indem er von 2011 bis 2016 die Spitze der Weltrangliste im Griff behielt. Nach dieser Hochphase hatte Djokovic 12 Grandslams sowie 223 Wochen auf Platz 1 und 30 Titel im Masters eingeheimst.

Nach seinem Wunderjahr 2011 gelang es ihm, 2015 noch einmal einen drauf zu setzen. Er gewann drei Grandslams, einen Rekord von sechs Masters-Titel in einer Saison und schloss sie mit 82-6 ab.

Doch ein Preis entging ihm lange Zeit: die French Open. Djokovics Bestreben, bei Roland Garros zu gewinnen und seine Karriere im Grandslam-Zirkus zu beenden, konnte er in fünf Jahren nicht erreichen. 2011 verlor er gegen Federer und gegen Nadal 2012, 2013 und 2014. Als er Nadal im Jahr 2015 endlich in den Viertelfinalen der French Open besiegte, galt er schon als Gewinner des Titels. Trotzdem blieb ihm im Finale gegen Wawrinka sein lang ersehnter Titel verwehrt.

Schließlich gelang es dem "Djoker" im Jahr 2016 doch noch, die French Open zu gewinnen und seinen Traum aller Grandslam-Titel zu verwirklichen.


Zehn Jahre nachdem er zum ersten Mal im "Rückspiegel" auftauchte, hatte Djokovic Federer und Nadal endlich in der Tasche. Doch was einst wie ein Sprint aussah, hat sich in einen Marathon verwandelt, den Nadal und Federer seither wieder anführen. Mit den drei Altmeistern um Nadal, Federer und Djokovic und den Youngsters wie der deutsche Zverev bleibt es spannend, wie sich die Situation an der Spitze in den nächsten Jahren verändern wird.

Platz 4

In unserer Rangliste der besten Tennisspieler aller Zeiten belegt ein US-Amerikaner den 4. Platz. Mit sieben Titeln in Wimbledon ist er der erfolgreichste Spieler beim prestigeträchtigsten Turnier der Tenniswelt.

Pete Sampras

Jahre als Profi: 1988–2002
Titel: 64
Davon Grand Slams: 14

"Ich lasse meinen Schläger sprechen", sagte Pete Sampras einmal in einer seiner typisch prägnanten Spielanalysen. "Das ist es, worum es mir wirklich geht. Ich gehe einfach raus und gewinne Tennisspiele."

Die Mischung aus bodenständiger Ehrlichkeit und unerschütterlichem Selbstvertrauen in diesen Worten war charakteristisch für diesen ruhigen Kalifornier. Und nur wenige Tennisschläger haben je so laut gesprochen.

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Als Sampras sein letztes Spiel bei den US Open 2002 spielte, hatte er 14 Grandslams gewonnen - mehr als bis dato jeder andere Mann. Darunter sieben Titel bei Wimbledon, 286 Wochen an der Weltranglistenspitze und sechs Saisons in Folge als Erster der Rangliste abgeschlossen.

Während viele der besten Tennisspieler der Welt ihren Spielstil an die typische Spielweise der Epoche anpassen, ging Sampras anders vor. Er reiste in der Zeit zurück, um seinen Stil zu finden. Bis zu seinem 13. Lebensjahr spielte er den Standardstil seiner Zeit.

Er schwang die Rückhand mit zwei Händen und verbrachte die meiste Zeit auf dem Spielfeld an der Grundlinie. Aber mit der Aussicht auf eine Profikarriere und dem schnellen Grasbelag in Wimbledon im Hinterkopf, traf Sampras die schwierige Entscheidung, auf eine Einhand-Rückhand umzusteigen und sich in einen aggressiven Netzspieler zu verwandeln.

Zunächst hatte er Mühe sich an seinen neuen Spielstil zu gewöhnen. Aber der Teenager behielt die Gesamtentwicklung im Auge. "Ich wusste, was die Vorteile einer Veränderung meines Spielstils sein würden", sagte Sampras. "Das wusste ich schon immer."

Konnte er schon damals vorhersehen, wie groß diese Vorteile später einmal ausfallen würden? Das erste mal profitierte der Amerikaner bei den US Open 1990 von seinem Spielstil. Der 19-Jährige schlug die beiden besten Spieler der 80er Jahre, Ivan Lendl und John McEnroe, im Viertelfinale und Halbfinale und beendete das Turnier mit einer großen Überraschung für Andre Agassi mit einem Finalsieg. "Pistol Pete" war geboren.

Seine Fähigkeit, selbst seine besten Gegner zu dominieren wurde in diesen Wochen in New York deutlich. Erst sein extrem harter Aufschlag, dann die strammen Vorhand-Angriffsbälle und zuletzt die präzisen Volleys waren wertvolle Schläge in seinem Repertoire, um den besten Tennisspielern seiner Zeit Paroli zu bieten.

Während dieser klare Sieg Sampras wissen ließ, wie gut er sein konnte, war es seine Niederlage bei den US Open 1992, die ihn verstehen ließ, dass er sich nie mit weniger zufrieden geben sollte. Die Niederlage gegen Stefan Edberg schmerzte Sampras, weil er fühlte, nicht alles für den Sieg getan zu haben. Diese mentale Veränderung war schließlich das, was ihn in den kommenden Jahren zum dominantesten Spieler seiner Zeit machte.

In den nächsten acht Jahren konnte Sampras 14 der 15 Grandslam Finale, die er erreichte, gewinnen. Sieben dieser Titel gelangen ihm bei seinem Lieblingsturnier in Wimbledon. Seine Bilanz liegt auf dem Londoner Rasen bei 63 zu 7, wobei er in der Zeit zwischen 1993 und 2000 nur ein einziges mal dort verlor.

Die glorreiche Karriere von Pistol Pete endete im Jahr 2002 mit einem Sieg bei den US Open gegen den gleichen Gegner wie damals: Andre Agassi. Selber sagte Sampras über dieses Match, dass es sein höchstes Spielniveau gewesen sei, das er je erreicht hätte.

Bekanntlich soll man dann gehen, wenn es am schönsten ist und genau das hat Sampras getan.

Rod Laver Hobbeasy

Platz 3

In einer Zeit, als die sogenannte Open Era noch in den Kinderschuhen steckte, setzte sich ein Australier als bester Spieler seiner Zeit durch.

Rod Laver

Jahre als Aktiver: 1956–1977
Titel: 52 (gemäß ATP-Webseite)
Davon Grand Slams: 11

Während Rod Laver mit 173 cm ein relativ kleiner Tennisspieler war, wurde er von seinem Trainer Harry Hopman als "Rakete" getauft. Die Stärke und die Geschwindigkeit des australischen Hall of Famers waren ausreichend, um seine peitschend schnellen Schläge zu spielen. Sein dicker linker Unterarm und sein Handgelenk, das er durch das Drücken von Tennisbällen kräftigte, halfen ihm, auch aus der Bewegung mit Kraft und Genauigkeit zu schlagen.

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Schließlich räumte ihm sein Trainer im Alter von 18 Jahren einen Platz im Davis-Cup-Teams Australiens ein.​

Laver hatte alles, was er brauchte, um seine raketenähnlichen Bälle zu befeuern. Wenn sie ihm noch präziser gelingen würden, wäre er unaufhaltbar. Schon früh war er anfällig für unberechenbares, überambitioniertes Spiel und hastige Entscheidungen. Als er lernte, seine Emotionen zu kanalisieren, wurde sein Spiel beständig und von seinen Nerven unbeeinflusst.

Seine Beständigkeit unter Druck zeigte sich in seinem bahnbrechenden Sieg bei den Australian Open 1960. Dort holte er einen Rückstand von zwei Sätzen auf und rettete einen Matchball, um seinen Landsmann Neale Fraser im fünften Satz mit 8-6 zu schlagen. Im nächsten Jahr gewann Laver zum ersten Mal Wimbledon und dominierte 1962 das Spiel komplett. 

Es ist eine der Tragödien der Tennisgeschichte, dass Laver seine Mittzwanziger abseits der großen Sportereignissen und den Kameras verbrachte. Von 1963 bis 67 wurde er von den größten Turnieren ausgeschlossen, weil er sich für eine Profi-Karriere entschied. Bis zum Start der sogenannten "Open Era" waren nur Amateurspieler bei den Grandslams zur Teilnahme berechtigt. Professionelle Spieler wurden davon ausgeschlossen. Erst 1968 mit Beginn der offenen Ära wurden sowohl Amateure als auch Profis zur Teilnahme bei Grandslams zugelassen. Daher ist es nicht weit hergeholt zu sagen, dass Laver in den 5 Jahren einige weitere Grand Slams wahrscheinlich gewonnen hätte. Statt der 11 Grandslam-Siege auf seinem Zähler stünden heute wahrscheinlich 20 in der Statistik, wenn er spielberechtigt gewesen wäre.

Glücklicherweise kam die Open Era noch rechtzeitig, dass sich Laver noch der Tennisöffentlichkeit präsentieren konnte. 1969 konnte er sein Meisterwerk, alle vier Grand Slam Titel innerhalb einer Saison zu gewinnen, wiederholen.

Laver hatte in australischer Hitze, auf rotem Ton in Paris und glattem Gras in London sowie in der regengetränkten Erde in New York gewonnen. Anschließend sprach der Präsident der USLTA (United States Lawn Tennis Association) zu Laver: "Du bist der Größte der Welt, und vielleicht der Größte, den wir je gesehen haben."

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Einige Jahrzehnte später gibt es nur zwei Spieler, die ihm den Rang als bester Tennisspieler aller Zeiten ablaufen konnten.

Rafael Nadal Hobbeasy

Platz 2

Ein spanischer Wirbelwind mit viel Power belegt Platz 2 unserer Liste der besten Tennisspieler aller Zeiten.

Rafael Nadal

Jahre als Profi: 2001 - heute
Titel: 75
Davon Grand Slams: 16

Was wohl hat der berühmt, berüchtigte Onkel von Rafael Nadal, der gleichzeitig seiner Trainer ist, ihm wohl vor dem fünften Satz des legendären Wimbledon Finales von 2008 ins Ohr geflüstert? Das Duell der Giganten zwischen Roger Federer und Nadal auf dem heiligen Rasen von Wimbledon wird wohl als eins der besten Matches aller Zeiten in die Geschichtsbücher des Tennis eingehen.

Toni erklärte später, er habe seinem Schützling und Neffen gesagt, dass er bis zum Ende kämpfen und die Anstrengung ertragen soll.

Das Wort "ertragen" war ein Mantra für den stoischen Toni. "Die Wahl eines Tennisspielers unterscheidet sich imemr zwischen Aushalten und Aufgeben", sagt er.

Als Nadal mit nur 15 Jahren Profispieler wurde, war sein Aufschlag schwach und unpräzise und seine Rückhand auch keine besonders vielseitige Waffe in seinem Arsenal. Von Beginn an war Nadal für seine extrem kraftvolle Topspin-Vorhand bekannt, die er als Linkshänder mit links ausführte. Noch wichtiger als nur der linke Arm war jedoch sein unerbittlicher Kampfgeist und Siegeswille, der ihm schon seit Kindestagen beigebracht wurde.

Erstmals in den Fokus der Tenniswelt rückte der damals 18-jährige Nadal im Davis Cup Finale 2004. Im Finale konnte der Youngster die damalige Nummer Eins der Weltrangliste, Andy Roddick, schlagen. Schon damals war allen Zuschauern bewusst, dass es sich möglicherweise bei Nadal in wenigen Jahren um den besten Tennisspieler der Welt handelt.

Sicherlich wurde auch Roger Federer, dem damaligen dominantesten Spieler der ATP, an diesem Abend bewusst, dass Nadal Potenzial hat, sein engster Rivale zu werden. Im selben Jahr schlug Nadal Federer im Halbfinale der French Open. Zwei Tage später konnte Nadal, der an diesem Tag erst 19 Jahre alt wurde, seinen ersten Grandslam-Titel auf seinem liebsten Belag einfahren: Dem Sandplatz.

Nadal bei den US Open 2006 - Foto: Flickr / Donna & Keith

Nadals Dominanz auf Sand ist unübersehbar. In 13 Jahren gewann der Spanier Roland Garros 10 Mal. Er hält eine 97,5 % Gewinnrate (79 zu 2) bei den French Open, weshalb er auch als Sandplatzkönig betitelt wird.

Auf seiner Lieblingsoberfläche Sand hat Nadal einen 389-35 er Rekord aufgestellt. Seine 10 Titel in Paris ergänzen 10 weitere in Barcelona und in Monaco. Insgesamt hat er 52 Titel auf Sand gewonnen und war im Zeitraum von 2005 bis 2007 in 81 Spielen auf Sand unbesiegt.

Kurz gesagt: Sandplatz ist Sein Untergrund.

Aber die Sandplatzerfolge waren nicht das ultimative Ziel für Nadal. Er nutzte seine Dominanz darauf, um sein Selbstvertrauen für andere Beläge zu stärken.

Mit Erfolg. Im Laufe seiner Karriere konnte er drei US Open zwei Wimbledons und ein Australian Open gewinnen. Darüber hinaus gewann er 30 ATP Masters 1000 und übertrumpfte erstmals 2008 Roger Federer im Kampf um die Spitze der Weltrangliste.

Die euphoriegeladenen Faustzeichen, die lauten Vamos-Schreie und die ungehemmte Siegesfreude sind seine Markenzeichen. Nadal hat den Tennis nicht nur alleine auf ein völlig neues körperliches Niveau gehoben, sondern ihm auch seine höchst emotionale Spielweise aufgedrückt.

Mit insgesamt vier abgeschlossenen Saisons an der Spitze der Weltrangliste, 16 Grandslam-Titeln, zahlreichen Masters- und olympischen Erfolgen sowie einer einmaligen Dominanz auf Sand ist Rafael Nadal zweifelsfrei einer der besten Tennisspieler aller Zeiten, der nur noch von einem einzigen Spieler überboten wird.

Platz 1

Der Beste Tennisspieler aller Zeiten, the one and only. Nicht nur auf dem Court das beste, was die Welt je gesehen hat, sondern auch abseits dessen eine tolle Persönlichkeit.

Roger Federer

Jahre als Profi: 1998 - heute
Titel: 97
Davon Grand Slams: 20

Seit 20 Jahren im Profisport unterwegs, hat Roger Federer alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Obwohl er noch aktiv ist, gilt "der Maestro" Federer aufgrund der Anzahl seiner Erfolge schon heute als bester Tennisspieler aller Zeiten.

Als Federer in den späten 90ern erstmals in die Tournee einstieg, musste er - wie beinahe alle anderen auch - ein paar bittere Niederlagen hinnehmen. In einem dieser Matches war seine Reaktion auf die Niederlage besonders speziell und aufschlussreich. In diesem Interview ärgerte sich Federer darüber, dass die Technik seines Gegners nicht annähernd so schön war wie seine eigene.

Obwohl die meisten Spieler und Zuschauer die Ästhetik einer Spieltechnik nicht mit einer hohen Effektivität gleich setzen, zeichnete sich schon damals ab, was Federer später auszeichnen würde. In den darauffolgenden Jahren begann er, das Stilvolle in seiner Technik mit dem Wirkungsvollen zu verbinden und seine spielerische Eleganz mit einer spielbestimmenden Dominanz zu verschmelzen.

Das Künstlerische in Roger Federer Spiel zeichnete sich schon von Beginn an ab, wobei man nicht genau einschätzen konnte, worin das später einmal enden sollte. In der Saison 2003 gelang Federer erstmals ein Grand Slam Sieg in Wimbledon, nachdem lange Zeit von einer Grand-Slam-Blockade bei Federer gesprochen wurde.

In einer Ära, in der ein kraftvoller Aufschlag, lange Grundlinienballwechsel und eine zweihändige Rückhand an der Tagesordnung waren, bot Federer eine Alternative. Die Technik des besten Tennisspielers aller Zeiten wirkte mühelos und schwungvoll. Der kraftvolle Vorhand-Topspin wurde häufiger als Winner eingesetzt als von den langen Rallys dieser Zeit gewohnt. Gepaart mit der Bereitschaft, das ganze Feld zu nutzen, schnelle Angriffsbälle zu spielen und eiskalte Volleys zu vollstrecken, entwickelte sich daraus ein harmonisches Ganzes, das die Tenniswelt bis dato nicht gesehen hatte.

Die einhändige Rückhand wurde schließlich zum Markenzeichen Federers und steht auch heute noch sinnbildlich für das, was seine Tennistechnik auszeichnet: Ein hohes Maß an Eleganz in Verbindung mit einer schwungvollen, kraftvollen Bewegung.

Federers ikonische Rückhand - Foto: Flickr / Marianne Bevis

Erstmals sorgte der junge Schweizer im Jahr 2001 für Furore, als er im Achtelfinale von Wimbledon den Altmeister Pete Sampras in einem Drama aus fünf Akten nieder rung. In den acht Jahren zuvor hatte Sampras Wimbledon ganze sieben mal gewonnen. Der König wurde offiziell entthront. Die Ära des ruhigen Schweizers hatte soeben begonnen.

Inklusive seines ersten Wimbledon-Siegs im Jahr 2003 stand Federer insgesamt 20 Mal bei Grand Slams ganz oben auf dem Treppchen. Dazu kommen 77 weitere Titel aus den zahlreichen hoch dotierten ATP Turnieren.

Federer gilt allerdings nicht nur aufgrund der reinen Anzahl seiner Profi-Titel als bester Tennisspieler aller Zeiten, sondern auch: 

  • Weil er die Weltrangliste mit über 300 Wochen am längsten von allen anführte
  • Als einziger drei mal in einer Saison drei Grandslam-Titel holte
  • Als einer von acht Spielern in einer Saison alle vier Grandslam-Titel gewonnen hat
  • Er die meisten ATP-World Tour Finalsiege gewonnen hat

Darüber hinaus ist er dreifacher Träger des "Laureus Weltsportler des Jahres"-Titels und einfach ein sympathischer Kerl.

Rodger Federer ist Gründer der Roger Federer Foundation, die sich vornehmlich um die Bildungszugänge in Afrika und in seiner Heimat Schweiz kümmert. Ausgerufenes Ziel der Stiftung bis Ende 2018 ist es, 1 Million Kindern Zugang zu einer qualitativen Bildung zu ermöglichen.

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