Spannende Storys für junge Bücherwürmer – 7 Kinderbücher ab 10 Jahren

Längst keine Abc-Schützen mehr können Kinder im Alter von zehn Jahren bereits selbst Geschichten lesen. Doch auch das allabendliche Vorlesen ist in vielen Familien nach wie vor Ritual. Beides – lesen und vorgelesen bekommen – schult die Konzentrationsfähigkeit. Im Gespräch über die Geschichte lernen die Kinder zudem, ihre Gedanken und Empfindungen in Worte zu fassen.

Für viele Eltern gibt es einen weiteren Grund, dem Nachwuchs auch im Alter 10 Jahre + noch vorzulesen: Kinderbücher ab 10 Jahren sind spannend, witzig und machen Spaß. Schon Maxim Gorki wusste: „Man muss für Kinder genauso schreiben wie für Erwachsene, nur besser.“ Dazu gehört auch der doppelte (Erzähl-)Boden, so dass Kinder und Eltern gleichermaßen Spaß an der Geschichte haben.

Was Kinder ab 10 Jahren bewegt

Stehen bei den ganz Kleinen noch die Bilder im Vordergrund, wächst mit zunehmendem Alter des Publikums der Textanteil in Kinderbüchern. Werke für Erstleser setzen auf eine leicht verständliche Sprache mit einfachem Wortschatz sowie auf eine klare Typografie, um die Abc-Schützen nicht zu überfordern und doch zu fördern. 

Kinderbücher ab 10 Jahren verfügen hingegen oft bereits über mehrere Erzählstränge und eine durchdachte Dramaturgie. Kurzum, die Geschichte ist spannend und besitzt den nötigen Witz, um das Lesevergnügen kurzweilig zu gestalten. Dennoch sind die behandelten Themen keineswegs auf die leichte Schulter zu nehmen. Denn im Alter um die zehn Jahre ist viel los. Nicht umsonst wird diese Altersgruppe auch mit „Lückekinder“ umschrieben. Die etwa 9- bis 13-Jährigen befinden sich in einer Umbruchphase. Nach der Grundschule steht ein Schulwechsel und dadurch oft auch ein Ortswechsel an. Freundschaften stehen auf dem Prüfstand. Bleibt die zarte Bande auf Distanz bestehen?

Zudem sind die sogenannten Lückekinder keine homogene Altersgruppe. Unterschiedliche Entwicklungsstufen prägen die junge Leserschaft. Die turbulente Zeit der Pubertät steht vor der Tür oder hat längst eingesetzt. Hinzu kommen weitere Themen, mit denen sich Kinder ab zehn Jahren womöglich auseinandersetzen müssen: Scheidung oder Patchwork-Family, Tod eines Haustiers oder der Großeltern etc.

Es sind Themen aus der Erwachsenenwelt, die Kinder ganz genauso etwas angehen. Doch wie sollen sie das komplizierte „Erwachsenenzeug“ nur verstehen? Hier können Kinderbücher ab 10 Jahren mit Identifikationsfiguren oder fantastischen Helden und humorvollen Storys weiterhelfen.

7 der besten Kinderbücher ab 10 Jahren

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„Der Himmel kommt später“ von Angelika Glitz

Auf Lulu, die eigentlich Louise heißt, wirkt Großtante Hilde steinalt. Eine ganze Generation liegt zwischen ihnen. Was hat man sich da schon zu erzählen? Als der Vater sie bittet, mit wöchentlichen Besuchen ein bisschen auf „Tante Hilde“ zu schauen, ist Lulu erstmal zögerlich. Doch mit den gemeinsam verbrachten Nachmittagen kann sich Lulu das Taschengeld aufbessern und sie spart immerhin auf Inliner!

Schnell stellt sich heraus, dass die Verpflichtung Lulu richtig Vergnügen bereitet. Sie versteht sich mit Tante Hilde einwandfrei. Doch kann Lulu der älteren Dame ihren größten Wunsch erfüllen?

Angelika Glitz beschreibt ein schweres Thema wie den Tod in „Der Himmel kommt später“ ganz unbeschwert in einer Sprache, die Kinder verstehen und die Erwachsene nicht kalt lassen kann.

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„Emil und die Detektive“ von Erich Kästner

Kleinkinder ertasten und erschmecken ihre Umwelt noch. Kinder ab zehn Jahren ziehen selbst in die Welt hinaus, um sie zu erkunden. Abenteuer- und Kriminalgeschichten dürfen daher im Repertoire der jungen Bücherwürmer auf keinen Fall fehlen. Eine der wohl bekanntesten ist „Emil und die Detektive“ von Erich Kästner.

Emil fährt alleine Zug und möchte seine Oma in Berlin besuchen. In seinem Portemonnaie hat er auch Geld, das er der Oma übergeben soll. Doch nach Ankunft ist die Geldbörse weg. Geklaut. Emil und andere Kinder begeben sich auf Ganovenjagd.

Vor allem Berliner Kinder bekommen mit diesem Werk gleich noch eine historische Stadtführung durch die deutsche Hauptstadt. Seit der Erstveröffentlichung 1929 hat sich ihre Heimatstadt doch stark verändert.

Emils Abenteuer hören dort jedoch nicht auf. Die Geschichte „Emil und die drei Zwillinge“ versteht sich als Fortsetzung der Berliner Kriminalgeschichte, spielt aber an der Ostsee etwa zwei Jahre nach den Begebenheiten in Berlin.

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Die Harry-Potter-Reihe von Joanne K. Rowling

Die Harry-Potter-Bücher (und -Filme) zählen zu den erfolgreichsten der 2000er-Jahre. Die Fantasy-Serie erzählt die Geschichte von Harry Potter, der als 11-Jähriger an das Zauberinternat Hogwarts kommt. Hier lernt er Hermine Granger und Ronald Weasley kennen. Zusammen kämpfen sie gegen den finsteren Magier Lord Voldemort und sein Gefolge.

Die insgesamt sieben Bände lassen die jungen Bücherwürmer in eine Fantasiewelt abtauchen, die dennoch ausreichend Identifikationsstoff für sie bietet. Zauberlehrlinge hin oder her – Harry, Hermine und Ron gehen genauso wie der bücherverschlingende Nachwuchs noch zur Schule. Es geht um Freundschaft, Verrat und den Kampf von Gut gegen Böse.

Wer von den Abenteuern nicht genug bekommt, kann mit den Filmen nachlegen. Ein achter Band ist zudem in Form eines Theaterstücks erschienen.

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„Immer dieser Michel“ von Astrid Lindgren

Michel ist ein echter Lausbub. Dabei führt er meist gar nichts Böses im Schilde. Trotzdem gerät er immer wieder in Scherereien oder treibt irgendeinen Unfug. Immer dieser Michel! Die Gesamtausgabe von Oetinger enthält die drei Abenteuer des kleinen schwedischen Jungen: „Michel in der Suppenschüssel“, „Michel muss mehr Männchen machen“ und „Michel bringt die Welt in Ordnung“. Angesiedelt vor etwa hundert Jahren in einem kleinen Dorf in Südschweden, Lönneberga, eröffnet die Geschichte den jungen Lesern eine fremde Welt, wo Fahrten in die Stadt eine große Sache waren und die meisten Lebensmittel noch direkt vom Bauern bezogen wurden.

In einer mittlerweile etwas antiquierten Sprache erzählt dieser Kinderbuchklassiker von spannenden wie witzigen Abenteuern. Ganz nebenbei erweitert sich der Sprachschatz der lesenden Abenteurer um Worte, die man in Kinderbüchern der Gegenwart nur selten liest. Lausbub zum Beispiel.

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„Der geheime Schlüssel zum Universum“ von Lucy und Stephen Hawking

Nachdem Stephen Hawking mit „Eine kurze Geschichte der Zeit“ und „Das Universum in der Nussschale“ der erwachsenen Leserschaft die unendlichen Weiten des astronomischen Feldes nähergebracht hat, liefern er und seine Tochter eine astronomische Abenteuergeschichte für Kinder ab zehn Jahren. Im Buch lernt George den Wissenschaftler Eric und seine Tochter Annie kennen. Ihr Computer namens Cosmos ist der Schlüssel zum Universum, der die drei Saturn umkreisen und auf Kometen reiten lässt. Doch dann erfährt der skrupellose Wissenschaftler Reeper von der fulminanten Technologie …

Mehr als nur eine packende Story bietet „Der geheime Schlüssel zum Universum“ allerhand Wissen aus dem Bereich der Astrophysik. Faszinierend, leicht verständlich und großartig bebildert ist das Buch ein Muss für kleine und große Sterngucker.

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„Der kleine Hobbit“ von J.R.R. Tolkien

Bilbo Beutlin ist ein gewöhnlicher, geruhsamer Hobbit. Doch als eines Tages der Zauberer Gandalf und dreizehn Zwerge in seine Wohnhöhle einfallen, steht seine Welt kopf. Eine erstaunliche Abenteuerlust packt den kleinen Hobbit und er zieht mit der Meute aus, den Zwergenschatz vom Ungeheuer Smaug zurückzuerobern.

Als Vorgeschichte zum Fantasy-Epos „Der Herr der Ringe“ ist „Der kleine Hobbit“ das richtige Futter für kleine Abenteurer. Die Verfilmungen von Peter Jackson laden dazu ein, das Lesevergnügen ein paar Jahre später (freigegeben ab 12 Jahre) mit bewegten Bildern lebendig zu halten.

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„Gregs Tagebuch“ von Jeff Kinney

Sich als Junge im Leben zurechtfinden? Gar nicht so leicht. Doch Greg spricht in seinen Tagebücher vielen Jungs aus der Seele. Aber Moment mal! Tagebuch? Ist das nicht nur was für Mädchen? Tatsächlich ist Greg mehr zufällig an das blanke Buch geraten. Seine Mutter hat es ihm geschenkt und er hat mal eben drauflosgeschrieben.

Das überaus authentische Ergebnis stammt aus der Feder des Autoren Jeff Kinney und nicht von einem Jugendlichen. Doch das merkt man kaum. Kein Wunder, dass die Serie „Gregs Tagebuch“ so ein Erfolg bei der jungen Leserschaft ist!

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