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Malen mit Kindern - 3 Ideen zur Förderung der Kreativität

Kinder beginnen früh, ihre Umgebung, im wahrsten Sinne des Wortes, zu „begreifen“. Sie nehmen Dinge nicht nur in die Hand, sondern stecken sie auch in den Mund. Doch die frühkindliche Verarbeitung der Welt hört da nicht auf. Kinder machen sich ein Bild von ihrer Umgebung. Bereits im Alter von gerade einmal zwölf Monaten kommen sie in die so genannte Kritzelphase und beginnen zu malen. Diese kreative Ausdrucksform deines Kindes solltest du fördern. Doch warum eigentlich und wie?

Malen mit Kindern – die richtige Ausrüstung

Ausrüstung Malerei mit Kindern

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Bleistift, Zeichenkohle oder Pinsel sind noch nichts für die ganz Kleinen. Sie greifen zu Malutensilien, die einfach in der Handhabung sind und ruckzuck zu tollen Ergebnissen führen, zum Beispiel:

  • Fingermalfarben
  • Malkreide
  • Wachsmalstifte

Was Kleinkinder zum Malen verwenden, sollten sie auch gefahrlos in den Mund nehmen können. Daher Finger weg von Ölfarben und anderen Farben, die giftig sind! Die meisten Farben auf Wasserbasis sind hingegen ungefährlich, auch wenn mal etwas verschluckt werden sollte. 

Tipp: Unbedenkliche Farben zum Malen mit Kindern kannst du auch selbst herstellen. Alles, was du hierfür benötigst, hast du womöglich schon zuhause. Besonders beliebt ist Plusterfarbe mit Struktureffekt. Mische hierfür einfach einen Esslöffel Mehl, einen Esslöffel Salz, etwas Wasser und Lebensmittelfarbe. Nach dem Malen kommt das noch feuchte Bild etwa zehn bis dreißig Sekunden in die Mikrowelle, damit die Farbe fest wird. Tada, das Kunstwerk mit strukturierter Oberfläche ist fertig.

Bei Malutensilien denken wir zunächst an Pinsel, Stift und Feder. Doch kleine Künstler nehmen oft ganz anderes Malwerkzeug in die Hand, um mit einfachen Mitteln Bilder mit Wow-Effekt zu kreieren. Ab dem Kindergartenalter kannst du die kleinen Künstler an die Handhabung von Pinsel & Co heranführen.

3 Ideen zum Malen mit Kindern

1

Punktebilder

Nicht immer heißt es „Punkt, Punkt, Komma, Strich“. Manchmal reichen die Punkte vollkommen. Das wussten bereits die Künstler des Pointillismus im ausgehenden 19. Jahrhundert, die mit farbigen Punkten erstaunliche Gemälde schufen, dessen Sujet sich für den Betrachter erst mit einem gewissen Abstand zum Bild erschließt. Eine andere Form von Malen mit Punkten, von den australischen Ureinwohnern, wurde seit den 1970er Jahren weltweit bekannt.

Angeregt von einem Kunstlehrer fanden die Aborigines in Papunya mit dem Dot-Painting ihren eigenen Ausdruck. Vor allem Kinder arbeiten bis heute gerne mit der Maltechnik Papunya Tula, die Bilder allein durch Farbkontrast und Punkte hervorbringt.

Beliebte Motive: Tierabbildungen, spirituelle Formen, Mandalas

Du brauchst:

So geht’s:

Lass dein Kind mit dem Tupfen von farbigen Punkten mithilfe von Wattestäbchen oder mit den Händen experimentieren. Fortgeschrittene kleine Künstler bringen bereits eigene Motive zu Papier. Zu Beginn kannst du deinem Nachwuchs zur Seite stehen und die gewünschte Figur mit Bleistift auf dem Karton vorzeichnen.


2

Stempelbilder mit Luftpolsterfolie

Es knistert, raschelt und peng: Luftpolsterfolie – einmal in die Hand genommen, ist es geradezu unwiderstehlich, die Bläschen zum Knallen zu bringen. Doch Luftpolsterfolie kann noch mehr –zum Beispiel beim Malen mit Kindern als Stempel Verwendung finden.

Du brauchst:

So geht’s:

Zeichne die Umrisse des gewünschten Motivs auf festem Karton vor oder suche dir eine Vorlage zum Ausdrucken im Internet. Schneide die Schablone entlang der Konturen der Zeichnung aus und lege sie auf die Luftpolsterfolie. Fahre mit dem Stift entlang der Konturen, um das Motiv auf die Luftpolsterfolie zu übertragen. Schneide den Stempel aus Luftpolsterfolie entlang der Linien aus. Trage Farbe auf die Luftpolsterfolie auf, drehe die Folie um und lege sie auf Zeichenkarton, um dein Motiv aufzustempeln.

Mit dieser Technik kannst du eine bunte Blumenwiese, einen Sternenhimmel, eine bunte Unterwasserwelt – inklusive aufsteigender Luftbläschen – oder ganz abstrakte Bilder stempeln. Was fällt dir sonst noch ein? Probier es einfach aus.


3

Abdruckbilder mit Fingermalfarben

Bei dieser Technik nehmen Kinder weder Stift noch Pinsel in die Hand, sondern greifen direkt in die Farbe. Oder tauchen den Fuß hinein. Fingermalfarben sind ein großer Spaß für die ganz Kleinen, die sich damit auf Zeichenkarton verewigen können. Mit ein wenig Hilfe von dir wird aus einem Abdruck ein richtiges Kunstwerk.

Du brauchst:

So geht’s:

Lass dein Kind Handfläche, Fußsohle oder Faust in die Fingermalfarbe tauchen und einen Abdruck auf dem Karton machen. Der farbige Abdruck wird anschließend mit weiteren Farben nach Belieben verziert und erweitert. Welche Form versteckt sich in dem Abdruck? Eine Qualle, ein Wal oder eine Amsel? Findet es gemeinsam heraus, während ihr eurer Fantasie freien Lauf lasst.

4 gute Gründe fürs Malen mit Kindern

Malen mit Kindern Gründe

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Kinder haben Freude am Gestalten. Ob basteln, werkeln oder malen – das Entdecken neuer Materialien und das Erschaffen eigener Kunstwerke macht einfach Spaß. Doch Malen mit Kindern ist nicht nur bloßer Zeitvertreib. Kreative Tätigkeiten fördern die gesunde Entwicklung deines Kindes. Wenn dein Nachwuchs zu Stift und Papier greift, beflügelt das Malen ihre Vorstellungskraft und verbessert ihre motorischen Fähigkeiten. Doch auch du als Elternteil kannst noch etwas von deinem kleinen Künstler lernen. Was spricht für das Malen mit Kindern?

Wie Malen die geistigen Fähigkeiten deines Kindes fördert

Kinder sind von Natur aus neugierig. Mit Malen kannst du auf spielerischem Weg den Wissensdurst deines Kindes stillen. Doch wer verstehen möchte, was um einen herum passiert, muss erstmal genau hinsehen. Anders lässt sich die Wirklichkeit nicht abbilden. So fördert das Malen mit Kindern nicht nur das Vorstellungsvermögen, sondern auch die Abstraktionsfähigkeit. 

Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist das Mondgesicht. Klingt einfach, ist es aber gar nicht. Damit die kleinen ein Strichmännchen zu Papier bringen können, arbeitet ihr Hirn auf Hochtouren. Es muss erfassen, welche Merkmale charakteristisch für ein menschliches Gesicht sind und wo sie hingehören. Erst dann wird eine Figur erkennbar. Entwicklungspsychologen wissen: Auf die Kritzelei folgt der so genannte Kopffüßler: ein großer Kopf mit kleinen Armen und Füßen. Bis die Proportionen stimmen, dauert es noch ein paar Jahre. Doch je mehr ein Kind zeichnet oder malt, desto genauer kann es sich ein Bild von der Welt machen, die es umgibt.

Dabei bleibt dein Nachwuchs natürlich nicht auf der Stufe des Erkennens stehen, sondern lernt auch, die Dinge, die es gemalt hat, zu benennen. Die Sprachentwicklung wird durch Malen gefördert. Vor allem wenn du die kindlichen Werke mit deinem Nachwuchs besprichst, wächst der Wortschatz. Dazu ist es nicht unbedingt notwendig, den gesamten Malprozess zu begleiten. Doch wenn dir die fertigen Kunstwerke gezeigt werden, solltest du die Gelegenheit nutzen, ein Gespräch anzustoßen. Statt lediglich zu fragen „Was hast du denn da gemalt?“, empfehlen Pädagogen: „Erzählst du mir etwas über dein Bild?“, um die Kleinen zum Reden anzuregen.

Förderung des Selbstbewusstseins deines Kindes

Mit Stolz geschwollener Brust beginnt dein Kind, seine Ideen in Worte zu fassen. Die Begeisterung für das eigene Kunstwerk ist nachvollziehbar. Wo vorher noch ein weißes Blatt war, ist jetzt Farbe. Und wer hat das gemacht? Na, dein Kind natürlich! Ein paar Striche, Kleckse oder Tupfen sind von großer Wirkung. So stärkt Malen das Selbstvertrauen deines Kindes.

Beim Kreativsein merkt dein Kind, wie es seine Umgebung beeinflussen kann. Kleine Künstler werden damit auf andere Herausforderungen im Leben vorbereitet. Wenn sie merken, was sie bewirken können, schwindet die Angst vor kleinen Hindernissen. Als Beleg dafür gibt es farbenfrohe Bilder, auf die – sind wir einmal ehrlich – nicht nur dein Kind, sondern auch du mächtig stolz bist.

Festigung der Eltern-Kind-Beziehung

Malen macht Kinder stolz und schlau. Diese Vorzüge kannst du mit Zuspruch unterstützen. Bewertungen und Belehrungen haben beim Malen mit Kindern jedoch nichts verloren. Nachfragen und zuhören sind angesagt. Die kindlichen Gemälde sind stets auch ein Fenster zur Seele der Kleinen. Kinderpsychologen nutzen das Malen mit Kindern schon lange therapeutisch, etwa wenn ein traumatisches Erlebnis einem Kind die Sprache verschlagen hat oder es noch zu jung ist, das Erfahrene in Worte zu fassen.

Für Eltern ist das Malen mit Kindern wie gemeinsam Tagebuch zu führen oder ein Fotoalbum anzulegen. Emotionen und Erlebtes finden Ausdruck im kindlichen Kunstwerk. So kommt das Zebra nach dem Zoobesuch genauso aufs Papier wie das schaurige Monster, das unterm Bett wohnt und dein Kind abends nicht einschlafen lässt. Schau daher genau hin, was dein Kind malt und sprich mit deinem Kind darüber.

Gemeinsam kreativ zu sein hat noch einen weiteren Vorteil: Quality Time für dich und deinen Nachwuchs. Die zusammen verbrachte Zeit ist ein Zeichen der Wertschätzung für dein Kind. Das vermittelt Geborgenheit und macht vor allem eins: Spaß.

Malen für die Feinmotorik

Kleinkinder tun sich schwer, genau wie bei Messer oder Gabel, einen Stift in der Hand zu halten. Das Malwerkzeug wird einfach mit der Faust übers Papier geführt. Schwuppdiwupp kommt Farbe ins Geschehen. Mit der Zeit bilden die Kinder diverse Mal- und Zeichentechniken aus, die es ihnen ermöglichen, eine Vielzahl von Figuren zu Papier zu bringen. Dazu ist es wichtig, dass die Kleinen den Spaß an der Sache nicht verlieren. Und der beginnt mit kindgerechtem Malwerkzeug.

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