Umfangreicher Mikrofon Test und Vergleich

Wer über den Kauf eines Mikrofons nachdenkt, wird zu Beginn von der großen Auswahl geradezu überwältigt. Natürlich soll das Mikrofon ein gutes, sauberes Ergebnis liefern. Manche wünschen sich eine einfache Handhabung – und für viele ist auch der Preis ein entscheidender Faktor. Die erste Frage, die Du Dir vor Deiner Kaufentscheidung stellen solltest, lautet allerdings:

Für Musikaufnahmen gelten andere Kriterien als in der Video- oder Podcast-Produktion. Wieder andere Anforderungen stellen Live-Konzerte oder Vorträge. Ebenfalls entscheidend ist, welche technischen Geräte (Computer, Audio-Interface, Mixer, Software etc.) eingesetzt werden.

Du solltest also genau überlegen, unter welchen Voraussetzungen Du Dein Mikrofon einsetzen willst und welche Ansprüche Du hast.

In unserem Mikrofon Test bringen wir Licht ins Dunkel, klären über verschiedene Arten von Mikrofonen auf und geben Empfehlungen für unterschiedliche Anwendungssituationen.

Mikrofon Test nach Kategorie

Es gibt zahlreiche Arten von Mikrofonen in den unterschiedlichsten Formen für verschiedenste Anlässe. Falls du auf der Suche nach einem Mikrofon Test einer bestimmt Bauart bist, findest du hier unsere Übersicht.

Mikrofone gibt es in beinahe allen Formen und Größen. Zu einigen Bauarten findest du bereits einen Mikrofon Test. Andere Mikrofone folgen in der Zukunft.

Handheld-Mikrofone

Handheldmikrofone oder auch Hand-Mikrofone oder Kabel-Mikrofone werden – wie der Name unschwer erkennen lässt – in der Hand gehalten. Wenn zwischendurch Gitarre gespielt oder gestikuliert werden soll, können diese Mikrofone auch mittels einer Mikrofonklemme auf Stative gesteckt werden. Hier können Sänger den Abstand zum Mund und damit das Ergebnis in jedem Moment selbst bestimmen.


Rode smartlav +

Ansteckmikrofone

Unser Testsieger für unter 50 €: Das RODE smartLav +

Ideal zur Benutzung auf dem Smartphone bietet das RODE Ansteckmikrofon eine ausgezeichnete Aufnahmequalität. Mit ein wenig Zubehör leicht auch zur Aufnahme auf Computer oder Kamera umzurüsten.

Sie sind klein, handlich und man vergisst fast, dass sie da sind. Das erleichtert nicht nur ihren Transport, sondern hilft auch dabei, sich ganz auf das natürliche Sprechen oder Singen zu konzentrieren.

Meist werden Ansteckmikrofone unauffällig am Körper bzw. der Kleidung befestigt, z. B. am Hemd- oder Blusenkragen oder einer Stofffalte.

Von der kleinen Mikrofonkapsel führt ein Kabel zu einem Aufnahmegerät oder einem portablen Funksender. Häufig benötigen ansteckbare Mikrofone eine elektronische Verstärkung des Signals via Phantomspeisung.

Bei der Verwendung von Ansteck- oder auch Lavaliermikrofonen ist es aufgrund der Kugelcharakteristik nicht wichtig, durchgehend frontal in das Mikrofon zu sprechen. Aufgrund der kleinen Bauart reicht die Aufnahmequalität zumindest bei günstigeren Lavaliers kaum an die von größeren Mikrofonen heran.

Der Vorteil dieses Mikrofontyps liegt jedoch darin, dass man den Schallempfänger relativ nah an der Schallquelle, dem Mund des Sprechers, anbringen kann und trotzdem die Hände frei bleiben.In unserem Mikrofon Test gelang uns es noch näher nur mit einem Headset (Kopfbügelmikrofon).

Eine Variante der Ansteckmikrofone sind Clip-On-Instrumenten-Mikrofone, die an Geigen, Blasinstrumente oder Percussion-Instrumente geclipt werden.  


Funkmikrofone

Bei Funkmikrofonen wird das Audiosignal in Form von Frequenzwellen von einem Sender zu einem Empfänger übertragen, der die gesendeten Wellen umwandelt und damit einen Verstärker, ein Mischpult oder eine Endstufe beliefert. Der Klang wird von der verwendeten Mikrofonkapsel erzielt. Die Funkstrecke soll diesen Klang möglichst unbeeinflusst übertragen. Es handelt sich um dieselbe Technik wie im Rundfunk: VHF (Very High Frequency) und UHF (Ultra High Frequency).

Dabei gibt es gibt zwei Arten von Sendern: Handsender vereinen Sender und eine aufgeschraubte Mikrofonkapsel in einem Gehäuse. Die kleinen und leichten Taschensender werden an Kleidung oder Gitarrengurt befestigt, um das Signal des Mikrofons per Funk zu übertragen. In der Regel können alle drahtlosen Mikrofone an alle Taschensender angeschlossen werden. Es gibt sowohl Handmikrofone als auch Ansteckmikrofone oder Headsets mit Funkübertragung.


Headsets

Eine Variante des Ansteckmikrofons stellt das Headsetmikrofon dar. Es ist über eine Halterung mit dem Kopf verbunden, muss daher nicht in der Hand gehalten werden und bleibt immer ganz nah am Mund.

So bietet es noch größere Bewegungsfreiheit als ein an die Kleidung gestecktes Mikrofon und ist daher für Bühnenauftritte von Sängern, die viel tanzen (und wenig anhaben), bestens geeignet. Aber auch für Gamer, die gleichzeitig die Hintergrundmusik ihres Spiels hören und das Spiel kommentieren wollen, ist das Headset die beste Wahl.

Headset-Mikrofone gibt es in vielen verschiedenen Bauformen mit drahtlosen oder kabelgebundenen Schnittstellen. Ein günstige Variante eines Headsets aus In-Ear-Kopfhörern mit einem am Kabel angebrachten Mikrofon gehört zur Standardausstattung der meisten Mobiltelefone und Smartphones.

Bei professionellen Pop-Konzerten, Fernsehauftritten mit Tanzperformance oder gestenreicher Moderation kommen meist kabellose Headset-Mikrofone mit Nackenbügeln in Kombination mit Kopfhörern (In-Ear-Monitoring) zum Einsatz. Die hier eingesetzten Neckband-Headset-Mikrofone sind meist mit beige- oder hautfarbenen, sehr dünnen Gestellen und unauffälligen VHF- und UHF-Beltpacks ausgestattet, um möglichst unsichtbar zu sein.


Blue Microphones Yeti

USB-Mikrofone

Unser Testsieger für unter 150€: Blue Microphones Yeti

Das Yeti von Blue Microphones ist der Alleskönner für unter 150€. Mit vier verschiedenen Richtcharakteristik-Modi eignet es sich für unterschiedlichste Einsatzzwecke.

Die vielleicht einfachste Möglichkeit, schnell und unkompliziert Gesprochenes aufzuzeichnen, ist die Nutzung eines USB-Mikrofons. Es ist nach dem Einstecken in den Rechner sofort einsatzbereit.

Zusätzliches Equipment (Analog-Digital-Wandler, XLR-Anschluss/Audio Interface o. ä.) wird für ein USB-Mikro nicht benötigt. Oftmals findet die Wandlung der Audiosignale bereits im Mikrofon statt. Die externe Stromversorgung erfolgt über den USB-Anschluss. Das macht USB-Mikrofone sehr leicht und intuitiv zu bedienen. Ein weiteres Argument ist der vergleichsweise günstige Preis für die Anschaffung.

Preiswerte USB-Tischmikrofone kommen oft mit integriertem Tischstativ oder ausklappbaren Standbeinen. Alternativ können USB-Mikrofone mit einem Gelenkarm-Stativ z. B. an der Tischkante befestigt werden. Für Instrumental- oder Gesangsaufnahmen sind sie jedoch weniger geeignet. 


Aufsteckmikrofone

Auch mit iPhone, iPad oder Kamera lassen sich qualitativ hochwertige Audio-Aufnahmen machen – ein brauchbares externes Mikrofon vorausgesetzt.

Im Mikrofon Test haben sich die ansteckbaren Modelle vor allem aufgrund ihrer praktischen Handhabung ausgezeichnet. Das ist auch der Grund, wieso sie sich immer wachsender Beliebtheit erfreuen. Sie werden unter anderem in Verbindung mit Videokamera, iPhone, iPad, iPod oder Android-Smartphone genutzt. Für Field Recordings oder als modernes Diktiergerät sind die Mikrofone schnell zur Hand und passen meist in die Hosentasche.

Der Anschluss erfolgt über einen 4-poligen 3,5 mm Klinkenanschluss oder Adapter an Telefon oder Video-Kamera, den Dock-Anschluss des Apple-iOS-Geräts oder bei einem neueren iPhone via Lightning.

Oft ist die Nutzung einer (kostenlosen) App Pflicht. Einige Aufsteckmikrofone sind jedoch auch kompatibel mit anderen Programmen und Apps wie z. B. GarageBand. Bei vielen kann die Richtcharakteristik über die dazugehörige App eingestellt werden.

Mikrofon Vergleich: Alles eine Typfrage

Mikrofone unterscheiden sich zunächst nach Bauweise und Richtcharakteristik.

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Worin sich alle Mikrofone unterscheiden

Alle Mikrofone sind Schallwandler. Sie empfangen Töne und Geräusche aller Art und wandeln diese in elektrische Signale um. Ein gutes Mikrofon kann sowohl leise wie auch laute Töne verarbeiten und diese ohne Störgeräusche oder Verzerrungen, weitgehend naturgetreu und mit einem hohen Dynamikumfang wiedergeben.

Die Bauart von Mikrofonen hat starke Auswirkungen auf deren Eigenschaften und das jeweilige Ergebnis und sollte daher in die Kaufentscheidung mit einfließen.

Man unterscheidet bei Mikrofonen zwei grundsätzliche Bauweisen, abhängig davon, wie das Mikrofon den Schall in ein elektrisches Signal umwandelt: 

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    Dynamische Mikrofone
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    Kondensatormikrofone

Beide Mikrofontypen müssen analoge Frequenzen (Schalldruck) in elektrische Spannung (Schallsignal) wandeln können. Dies geschieht über eine Membran, die durch den Druck des Schalls in Bewegung gerät. Lediglich die Art und Weise der Wandlung dieser Bewegung unterscheidet die beiden Bauarten.

Dynamische Mikrofone

Dynamische Mikrofone sind die Allrounder unter den Mikrofonen. Das zugrunde liegende Prinzip ist das Gegenteil von dem eines Lautsprechers: An einer Membran ist eine Schwingspule fest montiert, die in ein Magnetfeld taucht. Wird die Membran durch den Schall in Schwingung versetzt, bewegt sich die Spule im Magnetfeld und der Schalldruck-Impuls wird nach dem Prinzip der elektromagnetischen Induktion in einen elektrischen Spannungsimpuls gewandelt. Daher benötigen dynamische Mikrofone keine externe Stromzufuhr.

Bei den sogenannten Bändchenmikrofonen - einer Unterkategorie der dynamischen Mikrofone - erfolgt die elektromagnetische Induktion über extrem dünne Aluminium-Bändchen statt über Membran mit Tauchspule. Klang und Funktion unterscheiden sich stark von Tauchspulenmikrofonen. Bändchen werden zwar auch heute noch in vielen Musikstudios eingesetzt, gelten aber insgesamt unter anderem aufgrund ihrer hohen Empfindlichkeit eher als Exoten.

Vorteile 

Verschiedene Mikrofon Tests haben gezeigt, dass sie robuster als Kondensatormikrofone und weniger anfällig für Rückkopplungen sind. Sie halten auch extrem hohem Schalldruck stand und sind in der Lage, die Schallquelle weitgehend von lauten Umgebungsgeräuschen zu isolieren. Aus diesem Grund sind sie vor allem für den Einsatz auf der Bühne bei eher Mitten-lastigen Signalen zu empfehlen.

Sie werden häufig für Live-Vocals im Bereich Rock und Pop oder zur Abnahme von Schlagzeugen (Toms, Snares) oder Gitarren-Amps genutzt. Auch für Veranstaltungen, Präsentationen oder Reportagen sind sie gut geeignet. 

Nachteile

Da die Induktion mechanischer Natur ist, sind diese Mikrofone nicht so hochauflösend wie Kondensatormikrofone. Außerdem sind sie sehr anfällig für Körperschall, so dass ihre Benutzung etwas Übung erfordert.


Kondensatormikrofone

Kondensatormikrofone sind gut zur Aufnahme von Sprache, Gesang oder Instrumenten, aber auch für bestimmte Konzert-Situationen geeignet.

Bei diesem Mikrofon-Typ erfolgt die Umwandlung des Schalls mittels zweier Metallplättchen, die als empfindliche Membran und (unbewegliche) Gegenelektrode fungieren und unter elektrische Spannung gesetzt einen Kondensator bilden: Schwingt die Membran, ändert sich der Abstand zur Elektrode und damit die Kapazität des Kondensators. Diese Veränderung ist umso größer, je größer die Lautstärke des Schalls ist.

Wenn es um hohe Klangqualität geht, sind Kondensatormikros ein Muss. Sie reagieren äußerst sensibel, klingen fein und obertonreich und garantieren die höchstmögliche Klangtreue. Man unterscheidet zwischen Kleinmembran- und Großmembranmikrofonen.

Für die Aufnahme von Gesang werden meist Großmembran-Mikros verwendet, da sie eine höhere Empfindlichkeit gegenüber leisen Tönen sowie ein geringeres Eigenrauschen aufweisen. Mikrofone mit einer kleineren Membran reagieren dafür schneller auf die akustischen Signale und besser auf hohe Frequenzen.

Vorteile

Die Vorteile von Mikrofonen auf Kondensator-Basis sind ihr gutes Impulsverhalten, ihr linearer Frequenzgang und ihre hohe Ausgangsspannung. Manche Kondensatormikros können mit einem Akku betrieben werden. Meist wird für diese Art Mikrofon jedoch eine sogenannte Phantomspeisung (standardmäßig 48V) benötigt, welche über das Mikrofonkabel übertragen wird.

Nachteile

Das Wandlerprinzip der Kondensatoren ist empfindlicher und mechanisch anfälliger als das anderer Mikrofon-Typen. Sie halten nur begrenztem Schalldruck stand und müssen schonender behandelt werden als dynamische Mikros.


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Die Richtcharakteristik eines Mikrofons

Bei der Differenzierung verschiedener Typen von Mikrofonen spielt neben der Bauweise auch die Richtcharakteristik eine Rolle.

Diese definiert stark vereinfacht ausgedrückt, aus welcher Richtung der Schall aufgenommen wird: Richtmikrofone nehmen primär Schall aus einer bestimmten Richtung auf.

Abgesehen von Modellen mit einer Kugel-Mikrofonkapsel können eigentlich alle Mikrofone als Richtmikrofone bezeichnet werden. Sie sind dafür gebaut, nur aus einer bestimmten Richtung eintreffende Schallquellen zu erfassen. Wenn du ein Mikrofon testest, werden alle außerhalb dieser Einsprechrichtung eintreffenden Schallwellen stärker gedämpft in elektrische Signale umgesetzt oder sogar ganz ausgeblendet.

Kugel-Charakteristik

Die Kugel nimmt Audioquellen aus allen Richtungen und Winkeln gleichmäßig, also omnidirektional, auf. Sie ist demnach ungerichtet: Daher kannst Du sie ohne viel Aufwand anbringen und musst nicht auf eine exakte Ausrichtung der Schallquelle zum Mikro achten.

Das macht diese Mikrofone besonders geeignet für die Abnahme von Gruppen (die dann alle im selben Abstand zum Mikro positioniert werden können) sowie für ,bewegte‘ Situationen, z. B. als Ansteckmikrofone auf der Bühne.​

Auch Wind- und Poppgeräusche machen Kugelmikrofonen wenig aus. Auf sehr lauten Bühnen oder in belebten Situationen dagegen wird es schwierig: Da die Kugel-Charakteristik Schall aus allen Richtungen aufnimmt, ist sie ziemlich anfällig für Rückkopplungen (Feedback) und es werden auch unerwünschte Störgeräusche übertragen.

Nieren-Charakteristik

Die verbreitetste Richtcharakteristik, die Nieren-Mikrofone, sind frontal ausgerichtet und nehmen mehr Schall von der Vorderseite als von der Rückseite auf.

Vorteil: Es entstehen seltener Rückkopplungen, weshalb die Niere ideal für Live-Aufnahmen und Gesangsabnahme ist. Sie kann meist problemlos vor den Monitor gestellt werden, ohne dass Feedbacks entstehen. Gleichzeitig ist dieser Mikrofon-Typ (speziell die Super-/Hyperniere) empfindlicher für Störquellen von der Rückseite, und leicht seitlich eintreffender Schall wird oft verfälscht. Eine weitere ,Nebenwirkung‘ ist ein starker Nahbesprechungseffekt.

Spezialformen sind die breite Niere (eine Mischung aus Kugel und Niere, weniger stark gerichtet als die Niere), die Superniere (eine Mischung aus Niere und Acht) und die Hyperniere (Mischung aus Niere und Acht mit einem breiteren Winkel und weniger starker Übertragung der Seiten als bei der Superniere).

Keulen-Charakteristik

Keulen-Richtmikrofone sind direktional gerichtet und besonders geeignet für die Aufzeichnung von z. B. Gesprächen aus größerer Entfernung.

Extrem gerichtete Keulen-Mikrofone mit einer Keulen-Charakteristik haben den Nachteil, dass sie nach hinten fast die gleiche Richtungsempfindlichkeit haben wie nach vorne. Sie werden häufig in Theatern und bei Fernseh- und Kinoproduktionen eingesetzt, wenn das Mikrofon nicht im Bild zu sehen sein und der Ton ,geangelt‘ werden soll.

Weil sie auch Geräusche von hinten selbst aus etwa Distanz gut aufnehmen, ist das „Ruhe bitte“ bei solchen Produktionen absolut wörtlich zu nehmen. In unserem Mikrofon Test funktionieren Geräte mit Keulen-Charakteristik am besten im Innenbereich, denn sie reagieren sehr empfindlich auf Wind.

Acht-Charakteristik

Die Acht ist bidirektional gerichtet, also quasi eine ,Doppelniere‘ und nimmt von vorn und hinten gleichmäßig viel Schall auf. Störgeräusche von den Seiten hingegen werden fast vollständig ausgeblendet. Sie wird vor allem in der Studiotechnik eingesetzt. 

Der potenzielle Nachteil, dass von hinten ebenfalls Schall aufgenommen wird, kann auch zum Vorteil werden, z. B. wenn zwei Backing Vocals oder ein Duett mit nur einem Mikrofon aufgenommen werden sollen.

Mikros für alle Fälle

Die Wahl eines Mikrofons hängt vom jeweiligen Einsatzzweck, der gewünschten Preisklasse und Deinen persönlichen Ansprüchen ab.

Mikrofon-Einsatzzwecke

Wenn es Dir nur darum geht, eine bessere Klangqualität bei gelegentlichen Kundengesprächen via Skype zu erreichen oder Sprachaufzeichnungen als Gedächtnisstütze anzufertigen, musst Du Dich nicht gleich in Unkosten stürzen.

Solltest Du aber zum Beispiel regelmäßig Podcasts oder YouTube-Videos aufnehmen wollen, kann sich die Investition in ein hochwertiges Mikrofon durchaus lohnen. Und spätestens, wenn Du als Sänger bei Live-Auftritten so richtig glänzen willst oder Deinen Gesang professionell aufnehmen möchtest, solltest Du Dich tiefer in die Materie einarbeiten und etwas Geld in die Hand nehmen.

Wobei etwas mittlerweile relativ ist: Seit einigen Jahren sind immer mehr Mikrofone zu kleinen Preisen zu haben, die auch Profis zufrieden stellen. Hier lohnt sich ein Mikrofon Test verschiedener Anbieter und ein Vergleich der Nutzererfahrungen.


Sprache: Aufnahme zuhause oder unterwegs (Podcasts, Videos, Streaming)

Wenn Du Dein Mikro immer dabei haben möchtest oder während der Aufnahme viel in Bewegung bist, kann ein Ansteckmikrofon die Antwort für Dich sein. Insbesondere bei kostengünstigen Ausführungen ist die Aufnahmequalität zwar nicht mit hochwertigeren, größeren Mikrofonen zu vergleichen. Dafür ist es jedoch einfach zu bedienen und ermöglicht einen leichten Einstieg, ohne dass Du gleich einen Kredit aufnehmen musst.

Für Musiker und Field Recorder, die oft spontan von der Muse geküsst werden, sowie YouTuber, Vlogger und Hobbyfilmer, denen das interne Mikro ihrer Kamera nicht ausreicht, empfiehlt sich ein Aufsteckmikrofon: Es eignet sich gut für einen schnellen, glasklaren Proberaum-Mitschnitt, spontane Atmo- und Geräusche-Aufnahmen in der Natur und Videoaufnahmen. Für Studenten, Dozenten, Journalisten oder Interviewer ist es ein hilfreiches Tool, um Vorträge, Interviews oder Diskussionsrunden aufzuzeichnen.

Wenn Du konzentriert im stillen Kämmerlein aufnimmst und Dir eine exzellente Klangqualität wichtig ist, solltest Du über ein Kondensatormikrofon nachdenken. Zusatzausrüstung, wie ein Mikrofonständer, Tischstativ, Schwenkarm- oder Gelenkarm-Ständer, eine Mikrofonspinne sowie ein Ploppschutz ergänzt Dein Equipment perfekt und lässt Deine YouTube-Videos oder Podcastfolgen noch professioneller klingen. Es gibt auch spezialisierte Mikros, bei welchen ein Stativ und ein Popschutz bereits integriert bzw. im Lieferumfang enthalten sind.

Wenn Du als Podcaster, Gelegenheitsmusiker, Internetradio-Moderator oder Karaoke-Fan ohne Umstände und Investitionen in weitere Hardware und Software direkt einsteigen willst, solltest Du ein USB-Mikrofon in Betracht ziehen.


Mikrofone für Live-Konzerte und Homerecording

Gesangsmikrofon Test Hero

Maximale Leistung, perfekter Sound. Die Anforderungen an ein Mikrofon für Gesangsaufnahmen in Studioqualität sind hoch. Trotzdem gibt es auch Geräte, die selbst für kleine Budgets große Resultate zaubern. 

Gesang: Live-Konzert 

Bei Live-Gigs im Pop- und Rockbereich werden vor allem dynamische Mikrofone eingesetzt. Diese Mikrofone sind dank ihrer Unempfindlichkeit gegenüber Nebengeräuschen wie gemacht für laute Umgebungen und dazu sehr robust. Der Klassiker SM 58 etwa ist beinahe unverwüstlich und hält auch den wildesten Bühnensituationen stand.

Für die Abnahme von Live-Gesang, bei der eine besonders feine, natürliche und nuancenreiche Wiedergabe gewünscht ist, sind Kondensatormikrofone perfekt. Beispiele hierfür sind etwa akustische Ensembles oder Chorgesang, Jazz, Balladen oder Kleinkunst.

Tipp: Wenn Du Dich auf der Bühne viel bewegst und keine Lust auf unnötige Stolperfallen hast, ist eine kabellose Lösung eine gute Idee, etwa ein dynamisches Funkmikrofon oder ein Headset. Headsets sind stabil, bequem und bleiben auch bei viel Action immer fest direkt am Mund.

Außerdem hast Du hier ggf. das Monitoring direkt im Ohr, was insbesondere bei lauten Umgebungsgeräuschen dabei hilft, alles Wichtige hören zu können und sich voll und ganz auf die Musik zu konzentrieren.


Für das Vocal-Recording im Tonstudio oder im heimischen Wohnzimmer empfiehlt sich in den allermeisten Fällen ein Kondensatormikrofon mit Großmembran. Schon Modelle für relativ wenig Geld bieten eine gute Klangqualität. In unserem Gesangsmikrofon Test findest du gute Einsteigermodelle schob ab rund 50 €. 

Wenn Du von zuhause Aufnahmen in Studioqualität machen willst, solltest Du zusätzlich in einen Ständer oder eine Halterung investieren, da Kondensatormikrofone sehr empfindlich sind. Eine sogenannte ,Spinne‘ schützt vor Vibrationen der Oberfläche, der Tischplatte oder des Fußbodens.

Damit Du Dich voll auf Deine Performance konzentrieren kannst, bringe einen Popschutz an – so ersparst Du Dir lästige Geräusche durch plosive Laute: Das Singen in ein Großmembran-Mikro mit hoher Auflösung kann sonst nervig sein, weil man ständig daran denken muss, die kritischen Konsonanten am Mikro vorbei zu singen.

Manchmal bietet sich auch der Einsatz eines dynamischen Mikrofons an: Etwa, wenn der Raumanteil in den Gesangsaufnahmen verringert werden und die vorbeifahrende Straßenbahn oder das Kleinkind der Nachbarn nicht auf den Aufnahmen zu hören sein sollen. Auch können Probleme mit zu stark herauskommenden Sibilanten (Lispeln) durch den Einsatz eines guten dynamischen Mikros anstelle eines kompliziert zu bedienenden De-Essers vermieden werden.

Für Videoaufnahmen oder einen schnellen, aber klaren Proberaum-Mitschnitt ohne weiteres Equipment eignet sich ein Aufsteckmikrofon fürs iPhone oder Smartphone, bei dem meist – per inkludierter App – verschiedene Richtcharakteristiken anwählbar sind.


Sprache: Live (z. B. Moderation, Präsentation) 

Wenn Du Dich bei einem Vortrag auf der Bühne viel bewegst oder beim Moderieren die Hände frei haben möchtest, solltest Du ein Ansteckmikrofon in Betracht ziehen. Auch für TV-Übertragungen oder Interviewsituationen für Fernsehbeiträge sind Ansteckmikros gut geeignet.

Im Konferenzbereich und Pop-Business werden häufig Headsets eingesetzt. Headsets sind recht robust, bequem, einfach zu positionieren und garantieren Bewegungsfreiheit. Außerdem hast Du hier einen Kopfhörer direkt im Ohr, über den Du zum Beispiel organisatorische Durchsagen oder bei mehrsprachigen Veranstaltungen Übersetzungen durch Dolmetscher erhalten kannst.

Wenn es Dir dagegen Sicherheit gibt, etwas in der Hand zu halten oder Du das Mikro z. B. auch für Publikumsfragen nutzen willst, entscheide Dich für ein dynamisches Handmikrofon. Wenn Du auf der Bühne viel herum läufst und nicht über Kabel stolpern möchtest, nimm die kabellose Ausführung: ein Funkmikrofon.

Für Vorträge und Präsentationen, bei denen die vortragende Person an einem Rednerpult steht, sowie für Konferenzräume eignen sich vor allem Standmikrofone wie die Schwanenhalsmikrofone. Diese sind unauffällig und können sehr gut auf den Redner ausgerichtet werden.

Unser Fazit

Nach vielen getesteten und miteinander verglichenen Mikrofonen ziehen wir ein Resümee.

Mach Deinen eigenen Mikrofon Test! 

Eins ist wohl klar geworden – die Auswahl an Mikrofonen auf dem Markt ist so vielfältig wie die Ansprüche der Nutzer. Immerhin bist Du jetzt schon um einiges schlauer. Was außerdem bei der Auswahl hilft:

  • Lese die Rezensionen der verlinkten Produkte oder entsprechende Reviews von Tontechnik-Spezialisten und frage andere nach ihren Erfahrungen
  • Verlasse Dich zunächst auf bewährte Produkte der bekannten Hersteller
  • Such Dir ein Mikrofon aus, das Du Dir leisten kannst und das zum bereits vorhandenen Equipment passt – upgraden kannst Du später immer noch

Soundcheck nicht vergessen​​​​

Welches Mikrofon das richtige für deine Band ist, hängt vom Portfolio sowie dem Venue ab. Eine reine Frage des Geschmacks ist hingegen: Funk oder Kabel? Eins steht jedoch fest: Ein Handheld-Mikro sollte es sein. Für eventuelle Balladen kann es ruhig auf ein Stativ gesetzt werden. Den besten Eindruck von den Qualitäten eines Mikrofons erhältst du nach wie vor beim Soundcheck.

Tipp: Teste dein Mikrofon auf sogenannte Popp-Laute. P- und B-Laute, in abgeschwächter Form auch T- und D-Laute, können für eine enorme Geräuschentwicklung sorgen. Geübte Sänger gehen an Stellen, wo diese Laute deutlich zur Sprache kommen, etwas auf Abstand: Sie singen Off-Axis, indem sie Kopf oder Mikrofon leicht wegdrehen. Der Popp-Effekt kommt bei jedem Mikrofon zum Tragen. Manche Mikros sind jedoch anfälliger als andere.

Ob ein Mikrofon wirklich ideal zu Dir und deinen Ansprüchen passt, erfährst du am besten, indem du es selbst testest. Viel Spaß dabei!

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