Olympisches Bogenschießen – Sportgerät, Spielmodi und Mehr

Das Olympische Bogenschießen war erstmals bei den Olympischen Spielen im Jahr 1900 im Programm. Anschließend wurde es bei den beiden darauffolgenden Veranstaltung durchgeführt und schließlich ein letztes Mal im Jahr 1920 bevor es für die nächsten 52 Jahre von der olympischen Bildfläche verschwunden ist. 1972 war es bei den Olympischen Spielen in München erstmals wieder dabei und begeistert seither durchgehend die Zuschauer.

Beim Olympischen Bogenschießen handelt es sich um eine Präzisions- und Schießsportart. Geschossen wird mit einem Recurvebogen auf Zielscheiben mit einem Durchmesser von 122 cm über eine Distanz von 70 Metern.

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Olympisches Bogenschießen: Fun Facts

Süd-Korea ist die mit Abstand dominanteste Nation in dieser Sportart. Von den seit 1972 40 vergebenen Goldmedaillen hat Süd-Korea 23 Stück gewonnen. Koreas Frauen sind sogar seither so stark, dass sie noch nie die Teamwertung verloren haben. 8 Goldmedaillen haben sie im Teamwettbewerb eingefahren (eingeführt im Jahr 1988).

​Kim Woo-jin hat bei den Olympischen Spielen 2016 einen neuen Weltrekord in der 72-Schuss-Runde aufgestellt. 72 Pfeile müssen im Ziel untergebracht werden. Pro Pfeil werden maximal 10 Punkte gewährt, wenn den mittigen 10er-Kreis mit einem Durchmesser von 12,2 cm trifft. Von 720 möglichen Punkten hat Kim Woo-jin 700 Punkte realisiert. Das entspricht einer durchschnittlichen Punktzahl pro Pfeil von 9,72.


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Das Sportgerät

Der Recurvebogen trägt seinen Namen aufgrund seiner Form. Die Enden der Wurfarme zeigen vom Schützen weg. Der Recurvebogen ist der einzig zugelassene Bogen bei den Olympischen Spielen. Compoundbogen oder Langbögen sind nicht gestattet.

Der eigentliche Bogen wird um ein Visier, Stabilisatoren und das nötige Schutzzubehör ergänzt, um auch auf die lange Distanz von 70 Meter vorhersehbare und sichere Schüsse abgeben zu können.


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Einzelwettbewerbe

Platzierungsrunde: In der Platzierungsrunde schießt jeder Schütze exakt 72 Pfeile auf das Ziel - jeweils 6 Pfeile nacheinander. Die Punktzahlen dieser Runde werden verwendet, um die Schützen einzuordnen und ihrer Punktzahl nach zu sortieren.

Eliminierungsrunde: Anschließend schießen jeweils 2 der 64 Schützen in der Eliminierungsrunde im direkten Wettbewerb. Die Paarungen ergeben sich aus der Platzierungsrunde, wobei die Nummer 1 gegen die Nummer 64, die Nummer 2 gegen die Nummer 63, usw. antreten muss.

Der Gewinner der Paarung schreitet eine Runde voran, der Verlierer scheidet aus. So stehen am Ende zwei Kontrahenten im Finale um die Goldmedaille nebeneinander, das im selben Spielsystem ausgetragen wird.

In diesen Runden werden nicht mehr jeweils 72 Pfeile geschossen, sondern ein anderes System angewandt. Beide Schützen schießen nacheinander 3 Pfeile auf die Zielscheibe (Ein Satz). Anschließend erhält der Schütze mit der höheren Punktzahl 2 Punkte auf sein Gesamtkonto. Bei einer gleichen Punktzahl erhält jeder Schütze jeweils 1 Punkt auf das Gesamtkonto. Wer als erster 6 Gesamtpunkte (Satzpunkte) hat, gewinnt das Spiel.

Schießregeln: Jeder Schütze hat 20 Sekunden pro Pfeil Zeit, um den Schuss abzugeben. Der höher gesetzte Athlet aus der Platzierungsrunde entscheidet, wer im ersten Satz anfängt. 

Anschließend schießt immer der Schütze zuerst, der im Satz zuvor die niedrigere Punktzahl geschossen hat. Bei einem Gleichstand wird die ursprünglich festgelegte Reihenfolge wiederhergestellt.

Wenn es nach fünf Sätzen ein Unentschieden gibt (mit einer Punktzahl von 5-5), schießt jeder Athlet einen einzigen Pfeil. Der, dessen Pfeil am mittigsten auf der Scheibe landet, gewinnt das Spiel.


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Mannschaftswettbewerb

Jedes Team besteht aus drei Schützen des gleichen Geschlechts und der gleichen Nation.

Platzierungsrunde: Als Platzierung wird die Ranglistenwertung der einzelnen Teammitglieder verwendet. Die Platzierung der einzelnen Mannschaften wird von 1 bis 12 gemäß der Stärke der Mitglieder durchsortiert. Anschließend spielt die höchstplatzierte Mannschaft gegen die am niedrigsten platzierte, usw.

Eliminierungsrunde: Die einzelnen Punkte in den Duellen werden ähnlich der Einzelwertung verteilt. Für einen Satzsieg werden 2 Punkte vergeben, für ein Unentschieden bekommen beide Mannschaften einen Punkt. Anders als im Einzel werden sechs anstatt der drei Pfeile pro Satz geschossen.

Schießregeln: Pro Satz schießt jedes Team 2 Mal 3 Pfeile. Jedes Teammitglied schießt pro Runde einen Pfeil auf das Ziel. Nach beiden Runden und insgesamt 6 Pfeilen pro Team (2 pro Schütze) ist ein Satz entschieden. Die Vorgehensweise bei der Auswahl de​s ersten Schusses entspricht der des Einzelwettbewerbs.

Falls es nach 4 Sätzen zu einem Unentschieden kommt, muss jeder Schütze beider Teams abwechselnd jeweils einen Pfeil schießen. Das Team mit dem mittigsten Pfeil gewinnt. Landen Pfeile beider Teams in der Mitte der Zielscheibe, wird der zweitnächste, bzw. drittnächste Pfeil verglichen.

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