Bild: Flickr / joshdeweese

Die Salzglasur - Vorgehensweise und Infos

Die Salzglasur ist bereits viele Jahrhunderte alt - erste Belege für den Einsatz dieser Glasur wurden im 14. Jahrhundert im Rheinland gefunden. Die damaligen Töpfer haben mehr oder weniger durch Zufall und Neugier herausgefunden, dass das Einführen von Salz in den Brennofen die Keramik glasieren kann. 

Ursprünglich konnten sie hin und wieder beobachten, wie das in den als Brennhölzern genutzten Planken und Fässern enthaltene Salz ähnliche aber nicht steuerbare Glasuren hervorbrachte.

Keramiker im Kannenbäckerland im Westerwald, das auch heute noch als Zentrum des salzglasierten Steinzeugs gilt, entwickelten den Prozess der Salzglasur weiter.

Daraus entwickelte sich eine weitestgehend steuerbare Vorgehensweise, die bestimmten Schritten folgt, die wir in diesem Artikel besprechen. Trotzdem ist das keramische Endergebnis noch immer ein Produkt aus einer Zufallskomponente, chemischem Verständnis und der richtigen Vor- und Nachbereitung der Keramik und des Ofens.

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Chemische Prozesse der Salzglasur 

Tonmassen besitzen immer einen Siliciumdioxid-Anteil, der bei Steinzeug und Porzellan besonders hoch ist. Dadurch verglast der Scherben beim Brennen auf hohen Temperaturen und wird wasserdicht - er sintert.

Wenn Kochsalz (NaCl) genau in dem Moment in den Brennofen geschüttet wird, in dem das Siliciumdioxid geschmolzen ist und sich verflüssigt hat, verbindet sich das Natrium des Kochsalzes als Gas mit dem Silicumdioxid und formt Silikat. Dadurch entsteht auf der Oberfläche eine Schmelze, die der salzglasierten Keramik ihre charakteristische Optik verleiht.

Aber nicht nur auf der Keramik lagert sich das Natrium ab, sondern im gesamten Brennofen. Das restliche Natrium verbleibt in den Bausteinen des Ofens und kann sich auf künftige Brände auswirken. Folglich ist ein gesonderter Brennofen ratsam, der ausschließlich für Salzglasuren genutzt wird.

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Der eigentliche Glasurprozess

Die Salzglasur ist ein sehr aufwändiger Prozess, die viel Vor- und Nachbereitung und das richtige Equipment erfordert. Der Salzbrennofen wird sehr heiß befeuert und muss dementsprechend vorbereitet sein. Alle Tonobjekte müssen leicht erhöht auf den Regalen sitzen, da sie sonst an die Regale glasiert werden würden. Dazu können kleine Scheiben oder Bälle beispielsweise aus Tonerde dienen, die unter den einzelnen Keramiken platziert werden. 

Je nachdem, wo sich die einzelnen Objekte geographisch im Brennofen befinden, müssen sie unterschiedlich präpariert werden. Keramiken, die in unmittelbarer Nähe des Einfüllstutzens des Salzes gebrannt werden, müssen besonders sorgfältig vorbereitet werden. Dazu verwenden Keramiker meist Anstriche mit Oxidverbindungen.

Nachdem alle Objekte einen Platz gefunden haben, wird der Ofen aufgeheizt. Sobald die gewünschte Temperatur (um 1.300°C) erreicht wird, wird das Salz hinzugegeben. Das Salz sollte recht feucht sein, damit sich das Natrium mit dem Siliciumdioxid bestens verbinden kann. 5 bis 7 Prozent Feuchtigkeit sind ratsam.

Salz wird über einige Minuten mehrmals in den Ofen eingefüllt, damit sich der Anflug gleichmäßig verteilen kann. Ideal ist ein Ofen mit mehreren Einfüllschächten, damit das Salz auf allen Seiten des Ofens vaporisieren und sich verteilen kann.

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Nebenprodukte der Salzglasur

Abgesehen davon, dass salzglasierte Keramik extrem aufwändig in der Herstellung ist, werden bei dem Prozess auch Chloride ausgestoßen, die mit dem in der Luft enthaltenen Wasserstoff zu Salzsäure reagieren.

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