Saxophon spielen lernen für Einsteiger

Das Saxophon ist eines der beliebtesten Blasinstrumente und du kannst mit einem Saxophon eine breite Palette von Stilen von Jazz über Klassik, Rock, Blues zu R&B spielen. Die ersten Töne sind recht schnell gelernt, egal ob du schon eine Weile Musik machst oder ganz neu zu spielen anfängst.

Wenn du das Saxophon spielen lernen willst, bist du hier genau richtig. In insgesamt sechs Kapiteln vermitteln wir dir den Einstieg in die wunderbare Klangwelt dieses Instruments.

Mögliche Hürden mit dem Saxophon

Grundsätzlich kann beinahe jeder lernen, auf dem Saxophon zu spielen - bis auf eine Ausnahme : Junge Musikerinnen und Musiker.

Aufgrund seiner klobigen Natur ist das Saxophon nicht das ideale Musikinstrument für sehr junge Musiker. Das Saxophon ist ziemlich schwer und erfordert neben den Händen des Spielers die Verwendung eines Halsgurtes, um das Instrument zu halten. Das Klangrohr ist auch ziemlich breit und deine Hände müssen es umschließen können, so dass Kinder mit kleinen Händen das Saxophon nicht sinnvoll spielen können.

Aus diesen Gründen ist es am besten, mit dem Saxophon lernen ab einem Alter von 10 bis 11 Jahren zu beginnen. Das Saxophon als Erwachsener zu lernen hat demzufolge zumindest physische Vorteile.

Sobald du in der Lage bist, das Saxophon physisch handhaben zu können, steht dem Lernen des Saxophons nichts im Weg. Das Fingersystem ist einfach zu verstehen und das Erzeugen der ersten Töne ist viel einfacher als bei den meisten Blasinstrumenten.

Sinnvolles Zubehör

Nur mit dem passenden Zubehör wirst du das ganze Potenzial entfalten können. Neben dem Saxophon brauchst du einiges an Zubehör, um mit dem Musizieren beginnen zu können. Neben einer Tragetasche gehören Ersatz-Rohrblättchen und Korkfett zu den Utensilien, die du fortlaufend benötigen wirst.

Rohrblättchen

Die Ersatz-Rohrblättchen sind vielleicht das wichtigste Saxophon-Zubehör. Da die Blättchen nicht ewig halten, solltest Du immer zwei oder drei extra Blättchen dabeihaben, um im Zweifelsfall auf ein neues Blatt wechseln zu können. Die Rohrblättchen werden einfach auf das Mundstück gelegt und mit einem Halter befestigt. Der Wechsel ist also auch unterwegs kein Problem.

Mundstücke

Verschiedene Mundstücke produzieren eine Vielzahl von Klängen basierend auf den verwendeten Materialien. Fortgeschrittene Saxophonisten besitzen daher mehrere Mundstücke, um in verschiedenen Situationen das jeweils optimale Mundstück einsetzen zu können. Zu Beginn brauchst du nur ein Mundstück.

Trageband

Ein Umhängeband ist besonders wichtig, wenn du gerade erst mit dem Saxophon lernen begonnen hast. Ein dezentes Halsband trägt das Gewicht des Saxophons und entlastet deine Hände und Handgelenke.

Korkfett

Das Korkfett ist wichtig für die Langlebigkeit eines Halskorkens. Wenn du den Kork trocken werden lässt, riskierst du, dass der Korken einreißt, während du das Mundstück auf den Hals drückst oder abziehst. Der Kork wird in der Regel vor oder nach dem Spielen gefettet.

Reinigungsmittel

Ein Reinigungslappen ist erforderlich, da das Saxophon nach jeder Übungssession gereinigt werden muss. Der Reinigungslappen wird durch das Saxophon geführt, um Kondenswasser aus dem Rohr zu entfernen. Am Ende des Reinigungslappens ist eine lange Schnur mit einem Gewicht befestigt, das du durch die Glocke fallen lässt und dann durch die gegenüberliegende Öffnung des Halses ziehst.

Tragbarer Notenständer

Eine tragbarer Notenständer ist ein Muss für Saxophonisten, die viel mit ihrem Instrument unterwegs sind. Viele Notenständer lassen sich komplett zusammenfalten und sind so transportabel. Tragbare Saxophonständer halten keine Noten sondern das Saxophon selbst. Diese Ständer eignen sich auch hervorragend, um eine Klarinette, Flöte oder Oboe abzustellen. Wenn du vorhast, bei einem Konzert mehr als ein Instrument zu spielen, kannst du so ein Instrument sicher und zugleich griffbereit abstellen. Achte darauf, einen Ständer zu kaufen, der der Größe deines Saxophontrichters entspricht.

Korkstopfen

Kleine Korkstücke oder Gummistopfen brauchst du für Flugreisen oder andere Situationen, in denen du befürchtest, dass das Saxophon vielen holprige Bewegungen ausgesetzt sein könnte. Die Korkstücke werden unter die Klappen des Saxophons geschoben, so dass keine beweglichen Teile das Saxophon beschädigen können.

Mikrofon

Ein wichtiges Gerät für Auftritte, bei denen viel Sound benötigt wird, ist ein Mikrofon. Das Saxophon ist schon ein lautes Instrument, aber neben einer E-Gitarre, einem Bass oder einer Keyboard-Gitarre kann man auf der Bühne ohne Mikrofon schon mal ins Hintertreffen geraten.

Metronom

Ein Metronom gibt ein festes Tempo vor und hilft dir den Takt zu halten. Bei richtiger Anwendung stimuliert das Üben mit einem Metronom eine besseres Technik- und Zeitgefühl. Ein Saxophon-Dämpfer macht Sinn, wenn du viel zu Hause übst und die Wände dünn sind oder die Nachbarn sich beschweren.

Methodische Vorgehensweise

Vom Üben der richtigen Atmung bis zur richtigen Pflege des Instruments gibt es ein paar Grundregeln für das Saxophonspiel, die den Einstieg erleichtern.

Das Saxophon ist ein vielseitiges und ausdrucksstarkes Instrument und kann mit entsprechendem Training relativ leicht gespielt werden. Wenn du das Instrument neu kennenlernst oder dein Saxophon länger nicht gespielt hast, musst du wahrscheinlich mit einigen Techniken und Übungen beginnen, bevor du flüssig musizieren kannst.

Die richtige Atmung

Das Saxophon erfordert nicht nur mehr Atemvolumen als die meisten anderen Instrumente, sondern auch einen konstanten Atemfluss. Leider ist ein konstanter Atemfluss für viele Menschen kein natürlicher Prozess. Um den Luftstrom kontrollieren zu können, musst du die Zwerchfellatmung trainieren. Neben einem entspannten Kiefer ist die Zwerchfellatmung die grundlegendste Technik beim Saxophon lernen. Anstatt deinen Brustkorb mit Luft zu füllen, atmest du tiefer auf Bauchhöhe ein.

Da es sich beim Zwerchfell um einen Muskel handelt, den man nicht sehen kann, finden es die meisten Saxophonisten am einfachsten, sich auf die vorderen Bauchmuskeln zu konzentrieren. Das sind die gleichen Muskeln, die du anziehst, wenn dir jemand im Magen schlägt. Die Kombination von Anspannen dieser Muskeln und tiefer Atmung ist der einfachste Weg, um die Zwerchfellatmung zu lernen.

Starte mit einer Position

Je nach persönlicher Vorliebe kann das Saxophon entweder zwischen den Beinen oder auf der rechten Seite neben den Beinen gehalten werden. Es gibt Vor- und Nachteile bei beiden Methoden, aber zu Anfang solltest du konsequent bei einer Position bleiben. Wenn du zwischen beiden Positionen hin- und herwechselst wird deine Spielfähigkeit beeinträchtigt. Der Positionswechsel ändert die Winkel der Handgriffe und dein Spiel wird unsauber. Anstatt sich auf den Ton zu konzentrieren, wirst du dich fragen, wie du schwierige Fingerbewegungen durch eine andere Handposition erreichen kannst, als du es gewohnt bist. Für eine gute Haltung sollten beide Füße flach auf dem Boden stehen.

Die Auswahl der passenden Rohrblättchen

Beim Kauf der Rohrblättchen für das Mundstück des Saxophons lohnt es sich, etwas mehr Geld auszugeben und Blättchen höherer Qualität zu kaufen. Das ist aus mehreren Gründen vorteilhaft. Du wirst mit hochwertigen Rohrblättchen nicht nur den Klang deines Saxophons verbessern, sondern qualitativ gute Blättchen splittern auch weniger im Mund nachdem man eine Weile mit ihnen gespielt hat.

Du bekommst die Schilfrohrblättchen in verschiedenen Stärken. Für das optimale Spielergebnis musst du verschiedene Stärken ausprobieren, um zu sehen welche Blattstärke dir am besten entspricht. 

Anleitung

Saxophon lernen Anleitung

Jetzt fragst du dich wahrscheinlich, wie du anfangen sollst. Am Anfang ist es wichtig, grundlegende Fähigkeiten wie die korrekte Haltung, Atmung und Grifftechniken zu entwickeln. Das Spielen nach Noten kommt später.

Schritt-für-Schritt: Handhabung und Übungsroutine

Gerade am Anfang kannst du das Saxophon ohne Noten spielen. Wichtiger ist, sich mit dem Instrument vertraut zu machen und ein Gefühl für die Handhabung zu erlangen. Mit der richtigen Übungsroutine wird die Spielfertigkeit folgen.

  • 1
    Du beginnst, indem du den Haken an der Rückseite des Saxophons in das Umhängeband einhängst. Für die Ausgangsposition legst du deinen rechten Daumen unter die Daumenauflage, die ein paar Zentimeter unter dem Haken angebracht ist. Deinen linken Zeigefinger legst du locker auf die B-Taste. 
  • 2
    Wichtig ist jetzt die korrekte Position der Lippen und der Zähne am Mundstück. Dafür spannst du deine Unterlippe etwas an, so dass die Unterlippe als weicher aber nicht zu flexibler Untergrund zwischen dem Saxophonmundstück und deinen Zähnen fungiert. Deine oberen Vorderzähne sollten jetzt mit der Oberseite des Mundstücks in Kontakt sein. Setze die oberen Zähne etwa einen Zentimeter von der Spitze entfernt auf das Mundstück auf, während das Rohrblatt auf deiner Unterlippe ruht. Es ist normal, dass du am Anfang etwas Schmerzen in deinen Lippen spürst. Das ist normal und wird besser werden, sobald du das Anspannen der Lippen einige Male trainiert hast. 
  • 3
    Denke an die Atmung, die aus dem Zwerchfell kommen soll und blase etwas Luft in das Saxophon. Du wirst feststellen, dass du bereits den ersten Ton spielen kannst. Wenn du jetzt mit deinen Fingern etwas mit den Klappen spielst, bemerkst du wie sich der Ton verändert, je nachdem welche Klappe du drückst.
  • 4
    Du wirst zwar nicht sofort eine Melodie spielen können, aber mit der Zeit wirst du verschiedene Griffe lernen und schon bald die ersten Tonleitern rauf- und runterspielen können.
  • 5
    Baue dir eine tägliche Routine auf: 30 Minuten täglich üben bringt mehr als 7 Stunden pro Woche an einem einzigen Tag zu musizieren. Du wirst schnell erste Erfolge sehen und bleibst motiviert bei deiner Übungsroutine

Kein Saxophon ohne Dynamik

Das Musizieren mit dem Saxophon ist eine Form des Ausdrucks, und wenn du ohne Dynamik spielst, sagt es wahrscheinlich nicht sehr viel aus. Dynamik ist eine großartige Möglichkeit, deinem Spiel etwas Spannung und Unterhaltung hinzuzufügen und sollte daher so oft wie möglich verwendet werden, vor allem dann, wenn es auch in deinen Noten vermerkt ist.

Wenn du ein Lied mit immer der gleichen Lautstärke spielst, fehlt dir eine erstklassige Gelegenheit, deine Zuhörer mitzunehmen und zu begeistern. Zum Beispiel wird das Spielen eines weichen, leisen Tones deine Zuhörer in einen milden, beruhigenden Zustand versetzen, während Musik, die mit lauteren Lautstärken gespielt wird, deine Zuhörer aufwecken und begeistern wird.

Obwohl es in Sachen Dynamik kein Richtig oder Falsch gibt, hören Zuhörer lieber Musik, die ihre Stimmung verbessert. 

Organisiere deine Übungszeit

Teile eine Musiziereinheit in drei Sektionen ein. Wechsele zwischen diesen, um Langeweile oder Konzentrationsschwäche zu vermeiden.

  • Zuerst übst du lange Töne und die korrekte Atmung aus dem Zwerchfell heraus
  • Dann stehen Tonleitern und technische Fertigkeiten wie Finger- und Griffübungen auf dem Programm
  • Zum Schluss erst werden Melodien und das Spielen nach Noten geübt

Für viele Menschen ist es am schwierigsten, sich auf die Tonübungen zu konzentrieren. Es ist leicht, sich beim Spielen langer Töne zu verlieren. Aber du profitierst davon, wenn du dich wirklich auf den Klang konzentrierst und das Spielen sauberer Töne praktizierst.

Zu Beginn solltest du nicht länger als eine Stunde üben, Einheiten von je 30 Minuten sind ein guter Start.

Pflege und Wartung des Saxophons

Der beste Weg, um dein Saxophon in gutem Zustand zu halten, besteht darin, das Instrument regelmäßig zu reinigen und sicherzustellen, dass es von Zeit zu Zeit gewartet wird.

Entferne nach jedem Spielvorgang die Feuchtigkeit und trocknen das Saxophon gründlich mit einem fusselfreien Tuch ab. Vor oder nach dem Spielen solltest du eine kleine Menge Korkfett auf die Zapfen auftragen.

Wackelige Klappen oder schlecht schließende Löcher sind mit der Zeit unvermeidlich, und die Erfahrung wird dir sagen, welche Reparaturen von einem Fachmann gehandhabt werden müssen. Im Zweifelsfall bringst du das Instrument zu einem qualifizierten Saxophonbauer. In keinem Fall solltest du versuchen, selbst Teile vom Saxophon zu entfernen.

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