Foto: Sergey Ryzhov / shutterstock.com

Schutzgasschweißgerät Test und Vergleich 2018

Es gibt verschiedene Schweißverfahren, die beim Kauf eines Schweißgerätes sorgfältig berücksichtigt werden sollten. Verschiedene Schweißverfahren dienen verschiedenen Zwecken und einige Schweißgeräte können für mehrere Schweißverfahren verwendet werden. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, das Schweißgerät passend zum verwendeten Material und zur beabsichtigten Anwendung zu kaufen.

In unserem Schutzgasschweißgerät Vergleich haben wir 5 Geräte fürs MIG/MAG/WIG/E-Hand-Schweißen analysiert und die Meinungen mehrerer Schweißexperten zusammengefasst.

Anschließend sehen wir uns ganz genau an, worauf es beim Kauf ankommt und welches Zubehör zur Vervollständigung der Ausrüstung notwendig ist.

Schutzgasschweißgeräte im Vergleich

Modell

Eignung


IPOTools

MIG250

IPOTools Schutzgasschweißgerät Inverter
  • MIG/MAG-Schweißen
  • E-Handschweißen

Weldinger

ME 200eco

Weldinger ME 200eco
  • MIG/MAG-Schweißen
  • E-Handschweißen

Telwin

Technomig 210 

Telwin Technomig 210 Dual
  • MIG/MAG-Schweißen
  • E-Handschweißen

Berlan

BWIG180

Berlan WIG Schweißgerät
  • WIG-Schweißen
  • E-Handschweißen

IPOTools

NTF TIG160PD

IPOTools WIG TIG EHAND
  • WIG-Schweißen
  • E-Handschweißen

Die Geräte im Detail

IPOTools MIG250

Das IPOTools MIG250 kann zum MIG/MAG-Schweißen genauso gut wie zum Elektrodenschweißen eingesetzt werden.

Es kommt mit einer 230V Spannung und einer satten maximalen Stromstärke von 250 Ampere. Die Stärke kann beim MIG/MAG variabel zwischen 30 und 250A, beim Elektrodenschweißen zwischen 20 und 200A gewählt werden.

Das kleine Kraftpaket wiegt rund 15 kg und ist damit noch recht leicht zu transportieren, wobei es einige kompaktere Geräte auf dem Markt gibt.

Besonders ist die Einfachheit, mit der man die Polung umklemmen kann. Dazu muss nur die seitliche Klappe geöffnet und der Pol mit einem Schraubenzieher umgeklemmt werden. Anschließend noch Masse- und Brennerkabel getauscht und fertig ist die Umrüstung. Dieser Wechsel ist erforderlich, wenn man,  anstatt mit Gas zu schweißen, mit einem Fülldraht arbeitet.

Im Lieferumfang sind außer dem Schutzgasschweißgerät noch ein Elektrodenhalter, ein Schlauchpaket, eine Masseklemme sowie zwei Stromdüsen enthalten.

Alles in allem bietet das Gerät von IPOTools ein empfehlenswertes Preis/Leistungs-Verhältnis für qualitative Ergebnisse. Auch Manfred von Mannisweldingchannel ist in seinem Schutzgasschweißgerät Test von dem Gerät überzeugt - sogar beim Fülldrahtschweißen.


Weldinger ME 200eco

Vergleicht man das Schutzgasschweißgerät von Weldinger mit dem von IPOTools, fällt auf, dass sie sich in weiten Teilen ähneln.

Unterschiedlich ist vor allem die Stromstärke und die Handlichkeit der Geräte. Das Gerät von Weldinger, das auf den Namen ME 200eco hört, besitzt eine maximale Stromstärke von 200 Ampere, was für die meisten Werkstoffe vollkommen ausreichend ist.

Im Gegenzug ist das ME 200eco von Weldinger mit einem Gewicht von rund 10 kg bedeutend leichter.

Die meisten anderen Eckpunkte, wie die Spannung, der Brenner, die Bedienung und die Einstellmöglichkeiten (bspw. MIG/MAG und Elektrodenschweißen auswählbar) ähneln denen des Schutzgasschweißgeräts von IPOTools.

Die wesentliche Frage, die sich dir deshalb stellt, ist die, was dir lieber ist: Etwas weniger Leistung und dafür eine Gewichtsersparnis von rund 5 kg oder mehr Leistung und einen etwas klobigeres Gerät

Um dir bei deiner Entscheidung zu helfen, kannst du dich an der Faustregel von 30 bis 40 Ampere pro mm zu schweißender Materialstärke orientieren. Das bedeutet, wenn du dickes Material mit mehr als 5 mm Stärke schweißen willst, solltest du eher zum leistungsstärkeren Gerät greifen (wobei das auch von der Art der Naht und der Schweißtiefe abhängt). Wenn du das Gerät leichter transportieren willst, um es an wechselnden Arbeitsstationen aufzubauen und einzusetzen, wirst du mit dem leichteren Gerät von Weldinger besser beraten sein.

Youtube-Schweißer "Spacepeter" hat einige Stunden am Stück mit dem Weldinger ME 200 eco geschweißt. In seinem Schutzgasschweißgerät Test schwört er auf das Gerät und die erzielten Ergebnisse:



Telwin Technomig 210 Dual Synergic

Das Telwin Technomig 210 Dual Synergic ist ein etwas anspruchsvolleres Gerät für den Heim- bzw. Hobby-Gebrauch. Es besitzt einen Mikroprozessor, um die wichtigsten Einstellungen per LCD-Display vorzunehmen.

Das Gerät kommt mit einer 230 Volt Spannung und einer einstellbaren Stromstärke von 20 bis 200 Ampere.

Besonders an dem Gerät sind die Einstellungen am Display. Du kannst aus 17 voreingestellten Synergiekurven eine auswählen, die zur Dicke des Materials passt, und gleich loslegen.

Darüber hinaus bietet es feinste Einstellungen zum Drahtanstieg, dem Widerstand des Wechselstroms sowie der Nachbrenndauer des Drahtes und des Gases.

Mit einem Gewicht von 12,3 kg liegt das Gerät ziemlich genau zwischen den Gewichten des Weldingers und des IPOTools'.

Der preisliche Unterschied ergibt sich unserer Meinung nach vor allem wegen der leichteren Bedienung und der Möglichkeit zur feinsten Abstimmung passend zum bearbeiteten Material.

Ob dir das Gerät den preislichen Aufschlag wert ist, sollte sich vor allem danach richten, wie oft und welches Material du schweißt. Gerade bei häufig wechselnden Dicken und zum regelmäßigen Einsatz machen sich die genaueren bzw. die vorgespeicherten Einstellungen bezahlt.


Berlan BWIG180

Das Berlan BWIG180 markiert unserer Meinung nach den Einstieg in die Welt des WIG-Schweißens. Preislich ist es so günstig, dass man auf die Idee kommen könnte, es sei an der Qualität gespart worden oder bringt nicht alle Funktionen mit, die man benötigt.

Weit gefehlt: Das BWIG180 kommt mit allen Schlauchverbindungen und Elektrodenhaltern, die es fürs WIG und E-Handschweißen benötigt. 

Die Strömstärke lässt sich von 20 bis 180 Ampere stufenlos einstellen und mit einer Hochfrequenz-Zündung den Lichtbogen zünden. So musst du nicht mit der Brennerspitze das Werkstück berühren, sondern kannst gleich den Lichtbogen in richtiger Distanz zum Werkstück zünden.

Einziger Nachteil: Die Gasnachströmzeit wird automatisch mit der Stromstärke geregelt. In den meisten Fällen passt die Nachströmzeit zur abkühlenden Schweißpfütze, die dadurch geschützt wird. Wenn man es nicht so konservativ angehen will und stattdessen Gas sparen möchte, bietet das Gerät von Berlan keine Option. 

Zusammengefasst ist das Berlan BWIG180 ein perfekter Einstieg in die Welt des Hobby-Wig-Schweißens (und Elektrodenschweißens). Es kann unter Berücksichtigung der Sicherheitshinweise bedenkenlos zum Heimwerken eingesetzt werden. Nicht umsonst ist es eines der am meisten verkauften Schweißgeräte auf dem Markt.


IPOTools NTF TIG160PD

Das WIG Schweißgerät von IPOTools zeichnet sich wieder einmals vor allem aufgrund seines hervorragenden Preis/Leistungs-Verhältnisses aus. Das NTF TIG160PD leistet maximal 160 Ampere im WIG-Schweißverfahren und 125 Ampere beim Elektrodenschweißen.

Das Gerät besitzt einige Einstellungsmöglichkeiten mehr als das bereits vorgestellte MIG/MAG-Gerät. Schließlich ist beim WIG-Schweißen die Einstellung der Frequenz (inklusive Hochfrequenz-Zündung) und die Nachströmzeit des Gases individuell festzulegen. Glücklicherweise hat der Hersteller sich 9 verschiedene Speicherplätze einfallen lassen, die mit den vorgenommen Einstellungen belegt werden können, sodass du nicht jedes mal alle Feinheiten erneut einstellen musst.

Im Lieferumfang enthalten sind mehrere Elektrodenhalter sowohl für WIG als auch fürs E-Handschweißen sowie die sonst üblichen Schweißkabel.

Das WIG/E-Hand Schutzgasschweißgerät von IPOTools ist rund 100 Euro teurer als das Gerät von Berlan. Dafür besitzt es einige nette Features, die die Handhabung erleichtern und ein Gewicht von nur 8,4 kg, das es sehr portabel macht.

Bitte beachte, dass wir Teilnehmer verschiedener Partnerprogramme sind und eine Kommission für die über unsere Links getätigten Käufe erhalten. Ohne Mehrkosten für dich kannst du auf diese Weise unsere Berichterstattung unterstützen, damit wir weitere Inhalte zum Schweißen erstellen können.


Was gehört zum Schutzgasschweißen?

Die häufigsten Schutzgasschweißverfahren sind das Metall-Inertgas (MIG)-Schweißen und das Wolfram-Inertgas (WIG)-Schweißen. Beide Verfahren verwenden Gase wie Argon oder CO2, um die Schweißnaht vor Verunreinigungen in der Luft zu schützen, die die Qualität der Schweißnaht beeinträchtigen können.

Die Art des verwendeten Gases hängt davon ab, welches Metall geschweißt wird. Jeder Prozess hat seine eigenen Vorteile und Einschränkungen und ist für bestimmte Anwendungen besser geeignet.

Eigenschaften des Metall-Inertgas-Schweißens

Das Metall-Inertgas-Schweißen (MIG) verwendet eine Drahtelektrode auf einer Spule, die mit einer konstanten Geschwindigkeit zugeführt wird. Der Lichtbogen, der durch einen elektrischen Strom zwischen dem Grundmetall und dem Draht erzeugt wird, schmilzt den Draht und verbindet ihn mit dem Basismaterial, wodurch eine saubere und qualitativ hochwertige Schweißnaht entsteht. Das MIG-Schweißen ist einfach zu lernen und kann mit dünnen oder dickeren Metallteilen verwendet werden. Verwendet wird dabei ein Edelgas (meist Argon). Dieses Gas wird der Schweißpistole über ein Rohr zugeführt und zum Schutz der Schweißnaht in den Lichtbogen geleitet.

Der einzige Nachteil dabei ist, dass das Gas leicht weggeblasen wird, wenn es in einer windigen Umgebung verwendet wird.

Eigenschaften des Metall-Aktivgas-Schweißens

Bei der vom Prinzip her sehr ähnlichen MAG-Schweißtechnik (Metall-Aktivgasschweißen) wird mit einem Mischgas oder reinem CO2 geschweißt. Die Verwendung von Mischgas oder reinem CO2 ist vergleichsweise günstig aber hat leider den Effekt, dass verhältnismäßig viele Schweißspritzer entstehen. Die MAG Technik wird daher dort eingesetzt wo Kosten gespart werden müssen.

Eigenschaften des Wolfram-Inertgas-Schweißens

Wolfram-Inertgas-Schweißen

Foto: il21/ Shutterstock.com

Das Wolfram-Lichtbogen-Schweißen (WIG) ist ein Lichtbogenschweißverfahren, bei dem eine nicht verbrauchbare Wolframelektrode zur Herstellung der Schweißnaht verwendet wird. Der Schweißbereich ist vor atmosphärischer Verunreinigung durch ein Schutzgas (auch hier üblicherweise Argon) geschützt. Das WIG-Schweißen wird am häufigsten dort verwendet, wo dünne Abschnitte aus legiertem Stahl, rostfreiem Stahl und Nichteisenmetallen wie Aluminium, Magnesium und Kupferlegierungen verschweißt werden müssen. Im Vergleich zum MIG-Schweißen ermöglicht das Verfahren eine feinere Kontrolle der Schweißnaht.

Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren

Beim MIG-Schweißen wird der Strom, der zur Erzeugung des Lichtbogens verwendet wird, durch den Draht oder den Schweißstab geleitet. Dies bedeutet, dass das Schweißmaterial als Leiter dient. Ein WIG-Schweißer verwendet eine Wolframelektrode, um den Lichtbogen zu erzeugen und der Draht wird separat zugeführt. Dies gibt eine viel bessere Kontrolle über den Lichtbogen und macht das WIG-Schweißen besser geeignet für den Einsatz mit Nichteisenmetallen wie Magnesium und Aluminium.

Die verbesserte Kontrolle des Lichtbogens macht WIG-Schweißen bei vielen Metalltypen zur einzigen Option. Andere Schweißverfahren wie die MIG-Schweißtechnik sind auf Stahl, Edelstahl und Aluminium beschränkt. Ein WIG-Schweißgerät kann dagegen mit nahezu alle Arten von Metall, einschließlich Messing und Gusseisen, verwendet werden.

Beim WIG-Schweißen entstehen präzise Schweißnähte von hoher Qualität, es ist aber vergleichsweise komplexer und schwieriger zu beherrschen als andere Prozesse und deutlich langsamer in der Ausführung. Die Schweißtechnik unterscheidet sich auch dadurch, dass der Schweißdraht separat zugeführt werden muss. Dies erfordert nicht nur die Verwendung beider Hände, sondern es muss auch die Geschwindigkeit koordiniert werden, mit der der Brenner zum Draht bewegt wird, wobei das Schweißmaterial immer im richtigen Abstand und Winkel zum Lichtbogen und Metall gehalten werden muss.


Benötigtes Schweißzubehör

Schutzgasschweißen Zubehör

Foto: Matthias Krapp / SHutterstock.com

Um ein Schweißgerät zu betreiben, müssen neben den Kosten für das Gerät selbst auch die Anschaffung von Zubehör und Verbrauchsmaterialien berücksichtigt werden.

Neben dem eigentlichen Schweißgerät werden für das Schutzgasschweißen eine Stromquelle und das Schutzgas benötigt. MAG-Brenner verbrauchen Fülldrahtelektroden, während das WIG-Schweißen mit nicht abschmelzenden Wolframelektroden ausgeführt wird.

Schutzkleidung

Besonders wichtig ist die passende Schutzausrüstung. Die Sicherheit wird beim Schweißen großgeschrieben, denn die Tätigkeit birgt ein Verletzungsrisiko. Bei den meisten Werkzeugen ist die Gefahr sofort ersichtlich. Eine Kreissäge etwas kann den Finger abschneiden und eine Schleifmaschine wirft Funken und Späne, vor denen man sich in Acht nehmen muss. Beim Schweißen ist zum einen das geschmolzene Metall eine Gefahr für Verbrennungen. Viel wichtiger ist aber der Schutz der Augen vor der beim Schweißen entstehenden Strahlung.

Für die Sicherheit beim Schweißen ist ein guter Schweißhelm unerlässlich, denn er schützt die Augen vor Strahlenschäden. Heute gibt es Schweißhelme, die die Verdunkelung automatisch an die Lichtintensität anpassen. Ältere Schweißhelme haben ein Visier mit einem dauerhaft getönten Glas, das unter normalen Lichtverhältnissen nicht durchsichtig ist.

Dies bedeutet, dass das Visier hochgeklappt werden muss, um das Metall und den Brenner auszurichten. Der Schutzhelm wird dabei mit einer Hand hochgeschoben oder fallen gelassen. Problematisch wird es, wenn man den Brenner nach Absenken des Augenschutzes noch ein paar Zentimeter bewegt. Oft findet man dann den Bereich, in dem geschweißt werden soll nicht wieder. Wird das Visier jetzt wieder nach oben geschoben sind die Augen der Strahlung ungeschützt ausgesetzt. Schon eine kurze Exposition gegenüber dem Licht kann am Ende des Tages Kopfschmerzen verursachen und Langzeitschaden bleibt oft unbemerkt.

Glücklicherweise haben automatische Schweißhelme die Dinge viel einfacher gemacht. Mit dem Automatikhelm kann man sehen, was man tut, ohne das Visier anheben zu müssen. Eine Investition in einen guten Schutzhelm ist ihr Geld wert.

Hand- und Fußschutz

WIG Schweißen Ausrüstung

Foto: Yilmaz Uslu / Shutterstock.com

Lederhandschuhe und Sicherheitsschuhe sind weitere Bestandteile der Schutzkleidung beim Schweißen.

Sie schützen die Hände beim Berühren von heißem Metall und die Füße vor herabfallendem geschmolzenem Metall. Die Strahlung kann nicht nur die Augen schädigen, sondern Verbrennungen auf der Haut verursachen. Beim Schweißen sollten daher immer lange Ärmel und lange Hosen getragen werden. Dickeres Material ist noch besser, da die Strahlung dünneres Material durchdringen kann.​

Auch wenn es unangenehm ist, da das Schweißen viel Wärme erzeugt, die Qualen einer Hautverbrennung durch die Strahlung beim Schweißen sind ungleich unangenehmer.

Der Strahlenschutz ist somit die wichtigste Sicherheitsmaßnahme beim Schweißen. Er schützt nicht nur vor kurzfristigen Beschwerden oder schmerzhaften Situationen, sondern verhindert auch langfristige Schäden an den Augen und der Haut.


Kauffaktoren für Schweißgeräte

Die Auswahl des richtigen Schutzgasschweißgeräts für deine Anwendung ist einfach, wenn du die richtigen Kriterien befolgst. Die Herausforderung besteht darin, das richtige Schweißgerät für die passende Anwendung auszuwählen. Am besten gelingt das, wenn du weißt, womit du vorwiegend arbeitest und deinen eigenen Schutzgasschweißgerät Test ausführen kannst.

Kauffaktoren für MIG/MAG-Schweißgeräte

Stromstärke

Das Schweißen von dickeren Metallen erfordert eine höhere Spannungsleistung. Schweißgeräte mit weniger als 100 Volt werden als Schwachstromgeräte bezeichnet. Sie sind gut für kleine und mittelgroße Schweißarbeiten geeignet und ein großer Vorteil dieser Geräte besteht darin, dass sie an eine Standardsteckdose angeschlossen werden können. ​

Die meisten MIG-Schweißgeräte arbeiten mit Spannungen von 200 Volt oder mehr. Dadurch sind sie für große Schweißarbeiten geeignet und können dickere und schwerere Metalle handhaben.

Einschaltdauer

Mit der Einschaltdauer wird der Zeitraum bezeichnet, in dem das Schweißgerät betrieben werden kann bevor es zum Abkühlen ausgeschaltet werden muss.

Je kürzer die Einschaltdauer ist, desto weniger Zeit kann in einem Rutsch geschweißt werden. Deutlich teurere Schweißgeräte können heute auch kontinuierlich betrieben werden. Wer über längere Zeit mit dicken Metallen arbeitet, benötigen in jedem Fall ein Schweißgerät mit einer langen Einschaltdauer.

Kurzschluss- und Überhitzungsschutz

Wenn während des Schweißens ein Kurzschluss auftritt, kann ein Stromstoß die Schweißarbeit ruinieren. Einige Schweißgeräte haben daher die Möglichkeit, den elektrischen Strom zu ändern, wenn Kurzschlüsse auftreten, um Interferenzen bei der Arbeit zu vermeiden.

Viele Schweißgeräte verfügen über einen thermischen Überhitzungsschutz, der verhindert, dass sich das Gerät während der Arbeit überhitzt. Eine thermische Überlastung würde das Schweißgerät im ungünstigsten Fall zu einem teuren Beistelltisch machen.

Gewicht und Portabilität

Da ein Schutzgasschweißgerät häufig recht schwer ist, sollten das Gerät mit Rollen versehen sein, um ohne Probleme an verschiedenen Stellen schweißen zu können. Auch sollte das Zubehör problemlos mit dem Schweißgerät zu transportieren sein. Ein Modell mit Gasflaschenhalterung ist daher in jedem Fall anzuraten. So befindet sich das Schutzgas immer an einem geeigneten und sicheren Platz.


Kauffaktoren für WIG-Schweißgeräte

Beim Kauf eines WIG-Schweißgerätes sind weitere Faktoren zu beachten. Die WIG-Technik wird häufig für das Schweißen von dünnwandigem Metall wie Edelstahl, Chrom-Molybdän-Rohren oder leichteren Metallen wie Aluminium und Kupferlegierungen verwendet. Diese dünneren Materialien erfordern eine präzise Wärmeregulierung, um ein Verziehen oder Durchbrennen des Grundmetalls zu verhindern.

Schweißleistung bei geringer Stromstärke

Neben einem weiten Stromstärkenbereich sollte ein WIG-Schweißgerät mit einer guten Lichtbogenstabilität unter 10 Ampere ausgestattet sein. Dies ermöglicht ein einfacheres Starten des Schweißvorganges, eine bessere Lichtbogenkontrolle und eine gute Füllfähigkeit am Ende der Schweißnaht. WIG-Schweißen wird oft an dünnen Materialien durchgeführt, daher ist es von Vorteil, den Lichtbogen ohne Hochfrequenz starten zu können.

Eine höhere Anfangsstromstärke kann einen Lichtbogen erzeugen, der zu intensiv ist und durch das Material, an dem geschweißt wird, hindurchbrennt. Auch während des Schweißens ist die Lichtbogenstabilität eine wichtige Eigenschaft. Und insbesondere am Ende des Schweißvorganges ist die Stabilität bei niedrigen Amperezahlen gefragt. Bei der Fertigstellung der Schweißnaht ist es üblich, die Ausgangsleistung am Ende der Schweißnaht herunterzufahren, um die konkave Vertiefung am Ende der Schweißnaht zu füllen.

Beim Schweißen mit Aluminium kann die Bildung eines großen konkaven Schweißkraters am Ende zu einer Rissbildung führen, wenn das Material abkühlt. Die Fähigkeit, den Lichtbogen zu steuern, während die Stromstärke allmählich verringert wird, macht die Naht weniger konkav und erlaubt das langsame und konstante Abkühlen, wodurch Spannungen verringert werden, die zu Rissen führen können.

Wechselstrom- und Gleichstromschweißen

Wer mehr als nur Stahl oder Edelstahl schweißen möchte, sollte ein WIG-Schweißgerät auswählen, dass sowohl mit Wechselstrom wie auch mit Gleichstrom arbeitet.

Zum Beispiel sollten Wechselstrom mit selbst-oxidierenden weichen Metallen wie Aluminium und Magnesium verwendet werden. Gleichstrom wird zum Schweißen von Hartmetallen wie Stahl, Edelstahl und Kupfer verwendet.

Bei Wechselstrom wechselt die Richtung des Stroms regelmäßig. Aluminium benötigt die positive Phase des Wechselstroms, um Oxide zu entfernen, während die negative Phase des Wechselstroms das Eindringen in das Grundmetall erleichtert.

Bei der Auswahl eines Wechselstrom-Schweißgerätes ist eine gute Wechselstrom- Steuerung ein Muss. Die Wechselstrom-Steuerung ermöglicht es, die Zeitdauer der Wechselstromphasen einzustellen. So kann die Balance zwischen dem Grad der Reinigung des Metalls und der Schweißleistung frei gewählt werden.

Schweißmaschinen mit einer festen Wechselstromphasen-Einstellung erlauben es nicht, dieses Niveau für passend für unterschiedlich verunreinigte Metalle einzustellen. Achte beim Kauf eines WIG-Schweißgerät daher auf eine manuelle Wechselstrom-Kontrolle.

Steuerelemente

Das WIG-Schweißen ist ein Prozess, der eine präzise Koordination verschiedener Bewegungsabläufe erfordert. In einem Schutzgasschweißgerät Test ist eine benutzerfreundliche Steuerung also Voraussetzung dafür, dass das Arbeiten mit dem Gerät nach Plan laufen kann. Eine gute Fußpedal-Stromstärkeregelung aus Metall ist äußerst hilfreich, wenn die Schweißstromstärke je nach Bedarf erhöht oder verringert werden muss.

Fußsteuerung

Fußpedale sind gerade beim Schweißen von Aluminium eine große Hilfe. Kaltes Aluminium benötigt mehr Stromstärke zum Schweißen, aber Aluminium erwärmt sich im Laufe der Schweißung schnell.

Eine gute Fußstromstärkesteuerung ermöglicht es, die Stromstärke zu reduzieren, wenn sich das Aluminium erwärmt. Dadurch können eine konstante Verfahrensgeschwindigkeit und eine konsistente Form der Schweißnaht beibehalten werden. Mit der Fußstromstärkesteuerung kann die Stromstärke am Ende der Schweißnaht gesenkt werden, um eine gute abschließende Füllung der Schweißnaht zu erzielen.


Fazit zum Kauf eines Schutzgasschweißgeräts

Die Auswahl des richtigen Schutzgasschweißgeräts bedeutet somit mehr als nach dem niedrigsten Preis Ausschau zu halten. 

Egal ob du dich am Ende für die MIG/MAG-Methode oder das WIG-Schweißen entscheidest, indem du dir die richtigen Fragen stellst und sorgfältig alle Faktoren berücksichtigt, solle es kein Problem sein das passende Schutzgasschweißgerät auszuwählen.

Im Zweifelsfalls ist es immer besser, mehrere Schutzgasschweißgeräte zu testen und die Ergebnisse zu vergleichen. Alternativ bietet dir unser Vergleich einige Anhaltspunkte zu Geräten, die sich bei einer Vielzahl von Schweißern bewährt haben.

>