Steinschleuder Test 2018

Eine Steinschleuder ist mit mechanischer Energie kleinere Projekte abfeuern kann. Die Steinschleuder trägt viele Synonyme aber der geläufigste Name ist „Zwille“. Ganz klassisch für eine Steinschleuder ist die Y-artige Form mit einem Haltegriff am unteren Ende und einem Gummi, das zwischen den beiden oberen Enden gespannt wird.

Um mit einer Steinschleuder zu schießen, wird sie gewöhnlicherweise in der nicht-dominanten Hand (als Rechtshänder mit der linken Hand) gehalten während man seinen Arm ausstreckt und mit der dominanten Hand gespannt. Dazu greift man das Gummiband mit Daumen und Zeigefinger und zieht das Band zu sich, um es zu spannen. Normalerweise wird die Zwille auf der eigenen Augenhöhe gespannt, um tatsächlich zielen zu können und nicht nur einen Glückstreffer zu landen.

Steinschleudern können auch selbst hergestellt werden – Ich wette als Kind hat fast jeder schon einmal versucht eine Steinschleuder oder einen Bogen zu bauen – allerdings werden auch professionelle Zwillen zum Kauf angeboten, auf die sich unser Steinschleuder Test beziehen soll. Mit solchen Modellen lassen sich unglaubliche Kräfte aufbauen, die beim Schuss freigesetzt werden, sodass das Projektil eine enorme Wucht entwickelt. Zwillen sollten niemals als Waffe eingesetzt werden und nur als Sportgerät verwendet werden, ähnlich eines Bogens.

Sportschleuder Test - Zwillen im Vergleich

Name

Unsere Bewertung

inet-trades: Steinschleuder "Profi"

Ora-Tec: Profi-Steinschleuder Big

GSG: Schleuder F16

inet-trades Steinschleuder "Profi"

Bei der Profi-Steinschleuder von inet-trades handelt es sich um eine durch und durch zuverlässige Zwille mit einem verstellbaren Bügel, um die Auszugslänge des Gummis an die eigenen Körpermaße anpassen zu können.

Hinweis: Bei diesem Bügel handelt es sich nicht um einen Unterarmstütz, der nach dem Waffengesetz verboten wäre.

Die Zwille arbeitet mit hoher Präzision und bleibt selbst bei größeren Belastungen standhaft. Die Gummis scheinen hochwertig verarbeitet worden zu sein und kann bei Bedarf mit wenigen Handgriffen gewechselt werden.


Ora-Tec Profi-Steinschleuder Big

Diese Zwille der Marke Ora-Tec kommt mit einem verstellbaren Bügel, um die Auszugslänge an die eigene Körpergröße anpassen zu können. Um den Bügel zu verstellen bedarf es nur eines Schraubenziehers, sodass die zwei Halteschrauben gelöst und der Bügel adjustiert werden kann.

Die Zwille kann auch als Sportschleuder verwendet werden - Sie ist ergonomisch geformt und bietet aufgrund der soliden Bauweise gute Präzisionseigenschaften.

Besonders auffällig ist dieses Modell wegen seines eingebauten "Magazins", in dem kleine Stahlkügelchen gelagert werden können, die sich zum Standard-Projektil für Sportschützen gemausert haben. In das Magazin passen bis zu 15 Kugeln.

Negativ hat sich dieses Produkt bei anderen Käufern bereits mehrfach dadurch ausgezeichnet, dass die obere Halterung abgebrochen ist. In unserem Test konnten wir diese Erfahrung nicht replizieren, allerdings ist allein der Gedanke daran uns einen vollen Stern Abzug wert.


GSG Schleuder F16

Die GSG Schleuder F16 ist das simpelste Modell in unserem Vergleich aber auch das handlichste. Diese Zwille besitzt keinen verstellbaren Bügel, sodass die Auszugslänge nur manuell beeinflusst werden kann.

Um mit der Schleuder präzise treffen zu können, bedarf es wesentlich mehr Übung als bei den anderen Modellen. Dann aber ist sie besonders handlich und kann um einiges besser z.B. in der Hosentasche transportiert werden.

Nicht nur handlich, sondern auch preislich liegt die GSG Schleuder F16 vorne (sie ist die günstigste der drei Modelle) mit einem Preis von gerade einmal 10 € (Stand. 04.09.2017)

Die Steinschleuder im Laufe der Zeit

Schon unsere Vorfahren in der Steinzeit wussten das Prinzip der Steinschleuder zu schätzen, allerdings wurden wirklich durchschlagskräftige Schleudern erst mit der Entdeckung des Gummis möglich. Die ersten modernen Steinschleudern datiert man auf das 18. und 19. Jahrhundert, in denen die Russen zuerst mit dem simplen Prinzip experimentierten. Erst im späten 19. Jahrhundert war die Verwendung des Gummis möglich, sodass die Steinschleuder, so wie wir sie kennen noch gar nicht so alt ist, wie man zunächst annehmen möchte.

Wirklich populär wurden die Schleudern allerdings erst nach dem 2. Weltkrieg, als mehrere Hersteller von Kinderspielzeug den Trend erkannten und moderne Steinschleudern herstellten.

Zwille Sportgerät

Heutzutage werden Steinschleudern bzw. Zwillen als Sportgerät verwendet, mit dem man auf Zielscheiben schießen kann. Alternativ dazu bietet sich auch das Dosenschießen mit der Steinschleuder an. In den USA wird das Gerät regelmäßig zum Jagen verwendet, um kleineres Wild zu erlegen. Dieser Trend hat in den letzten durch das Aufleben der Survival-Szene stark zugenommen. Unter dem Begriff Survival versteht man das Überleben in der Wildnis, bei dem man auf Elektrizität und besondere Hilfsmittel weitestgehend verzichten will.

Steinschleuder selbst bauen – So geht’s

Man muss nicht unbedingt eine industriell hergestellte Steinschleuder kaufen. Genau so gut kann man sich eine funktionierende Schleuder selbst bauen, wenn man weiß wie!

Benötigte Materialien:

  • Y-förmigen Ast mit einer mindestens 30° geöffneten Gabelung
  • Gümmibänder (idealerweise Latexband)
  • Lederstreifen
  • Kabelbinder und/oder Duct Tape

Benötigtes Werkzeug:

  • Säge
  • Messer

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Der richtige Ast

Jede selbstgebaute Steinschleuder steht und fällt mit der Auswahl des Astes, aus dem sie gebaut werden soll. Hierzulande ist wohl der Eichenbaum die beste Wahl, da die Äste eine gute Balance aus Steifheit und Dehnbarkeit mitbringen. Der Ast deiner Wahl muss nicht zwingend perfekt sein. Er sollte aber eine gewisse Stabilität besitzen und deshalb auf keinen Fall zu dünn sein. Der Ast kann dann von dir abgeschnitten werden und muss anschließend eine ganze Weile getrocknet werden, da die Fasern im Inneren noch frisch und nass sind.

Dazu gibt es verschiedene Ansätze – Der wohl einfachste Ansatz ist wohl der, das Holz einfach für mehrere Wochen trocken zu lagern und zu warten, bis die Feuchtigkeit aus dem Holz verflogen ist.

Alternativ kannst du den Ast auch in die Mikrowelle legen und in 30 Sekunden Intervallen erhitzen. Nach jedem Intervall solltest du nachsehen, ob das Holz weitere Runden in der Mikro benötigt, oder ob es schon trocken genug ist. Trockenes Holz besitzt keine Feuchtigkeit mehr und „zischt“ nicht mehr, wenn es erhitzt wird. Achtung: Wenn es nicht mehr zischt und du es weiter erhitzt, besteht die Gefahr, dass dein ausgewählter Stock in Flammen aufgeht. Daher empfehlen wir meistens 4 bis 8 Intervalle, je nach Art, Dicke und Frische des Holzes.

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Einkerbungen für das Gummiband

An deinem trockenen Ast solltest du nun die Einkerbungen für die Gummibänder einschnitzen. Achte darauf, dass du dich Stück für Stück vorarbeitest und nicht zu viel aus dem Ast nimmst, da die Enden der Astgabel dann fragil werden und schnell abbrechen, wenn du zu fest an dem Band ziehst.

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Die Wahl des Gummibandes

Mittlerweile gibt es auch in Deutschland die Latexbänder zu kaufen, die von vielen Anwendern in den USA benutzt werden. Du solltest das Band so zurechtschneiden, dass es die maximal kontrollierbare Kraft freisetzt, wenn du es bis neben dein Gesicht ziehst. Ein zu kurzes Gummiband wird früher oder später spröde werden, weil es zu großen Kräften ausgesetzt wird, ein zu langes Band wird nicht die benötigte Spannung aufbauen können, die du für präzise Schüsse benötigst.

Das Band wird anschließend um die Einkerbungen des Astes gewickelt und verknotet. Du kannst es zusätzlich mit Kabelbindern und Duct Tape sichern.

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Die sogenannte „Pouch“ bauen

Die Pouch der Steinschleuder ist der Bereich, der die Gummibänder verbindet und in der die Munition gehalten wird. Dieser kleine Streifen wird oft aus Leder hergestellt und kann zwischen 3 und 5 cm hoch und zwischen 8 bis 10 cm breit sein. Falls du keinen Lederstreifen zur Verfügung hast, kannst du auch mithilfe von Duct Tape eine Pouch bauen.

Wie das geht, erfährst du hier:

Sobald du die Pouch deiner Zwille zurechtgeschnitten hast, musst du noch zwei kleine Löcher durch das Material bohren, durch die du die Gummibänder schieben kannst. Im Anschluss kannst du die Länge der Bänder noch anpassen und dort zuknoten, wie es für deine Auszugslänge am besten ist.

Falls nötig, kannst du die Knoten in den Gummibändern noch einmal mit Kabelbindern sichern, damit sich die Knoten auch garantiert nicht lösen.

Das wars auch schon – Du hast deine eigene Steinschleuder selbst gebaut.

Steinschleuder Waffengesetz

Bei einer Steinschleuder bzw. einer Zwille handelt es sich um eine Waffe, die mit bestimmter Munition große Schäden anrichten kann. Trotzdem unterlegt der Besitz sowie die Verwendung einer Steinschleuder grundsätzlich nicht dem Waffengesetz. Nach dem Waffengesetz ausdrücklich verboten sind allerdings sogenannte Präzisionsschleudern, die eine Vorrichtung haben, mit der die Steinschleuder gegen den Unterarm fixiert werden können, um genauer zielen und mehr Druck aufbauen zu können. (WaffG, Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.3.7) iVm Anlage 1 Abschnitt 1 UA 2 Nr. 1.3))

Auch Modelle, bei der die Möglichkeit besteht, eine solche Vorrichtung anzulegen, unterliegen dem Waffengesetz und sind verboten, auch wenn die Apparatur momentan nicht angebracht wurde.

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