Teleskop Test

Per aspera ad astra: In unserem Teleskop Test zeigen wir dir, wie du ein Modell findest, das zu dir passt und die Ansprüche, die du an dein neues Hobby stellst, voll und ganz erfüllt. Noch nie war es für Astronomie Einsteiger so leicht wie heute ein wirklich gutes Teleskop zu finden, das die notwendige Professionalität mit einem bezahlbaren Preis kombiniert. Gleichzeitig führt die große Auswahl relevanter Modelle auch dazu, dass es schwieriger wird sich für ein bestimmtes zu entscheiden – gerade bei Teleskopen, die so viele verschiedene Parameter aufweisen, die das Endergebnis beeinflussen.

In unserem Teleskop Test gehen wir nicht nur auf einzelne Modelle näher ein, sondern erläutern dir ihre wesentlichen Merkmale: Die Blende, Vergrößerung, Brennweite, die Montierung, die Tragbarkeit sowie möglicherweise notwendiges Zubehör. Dabei gehen wir auch auf die Vor- und Nachteile ein, die jede Bauweise mit sich bringt.

Bevor du dir ein Teleskop kaufst, solltest du dir im Klaren darüber sein, wie deine Ausgangslage aussieht und wie ambitioniert du mit deinem neuen Hobby sein möchtest. Wie viel Geld möchtest du ausgeben, welche Himmelsobjekte möchtest du in erster Linie betrachten und besitzt du gegebenenfalls erste Erfahrungen im Teleskopieren? Wie dunkel ist deine Umgebung – Wohnst du in der Stadt oder besitzt du die Möglichkeit in der freien Natur den Sternenhimmel zu betrachten? All das sind Grundüberlegungen, die du für dich selbst beantworten solltest. Im Anschluss solltest du dich mit den Möglichkeiten bekanntmachen, die auf dem Markt erhältlich sind, sodass du dich für ein gutes Teleskop entscheidest, das sich auch in vielen Jahren noch bewähren wird.

Übersicht der Teleskope

Bild

Name

Unsere Bewertung

Niveau

Omegon 114/900

Einsteiger

Celestron NexStar 130SLT

Einsteiger/
Fortgeschrittene

Celestron NexStar 8 SE 203/2032

Profis

Omegon Teleskop N114/900​​​​

Reflektor Teleskop

Auch im Einsteigersegment solltest du auf eine gewisse Qualität Wert legen und dich nicht von verlockenden Kaufhaus-Angeboten verführen lassen. Gute Teleskope für Einsteiger gibt es bereits ab 200 € und das Omegon N114/900 gehört zu den besten Modellen, die du dir als Einsteiger zulegen kannst. 

Das Teleskop lässt sich als Newtonsches Spiegelteleskop klassifizieren und besitzt einen Objektivdurchmesser von 114 mm. Die Brennweite beträgt 90 cm. Insgesamt besitzt dieses Modell eine überdurchschnittlich gute Optik, die in der Preisklasse seines gleichen sucht. Zwar wird auf die Computerisierung verzichtet, sodass man die Objekte "manuell" suchen muss, dafür ist es auch wesentlich günstiger als das Celestron Nexstar 130SLT. Das Eigengewicht von 12 kg samt Stativ lässt sich noch problemlos transportieren und an verschiedenen Orten aufbauen.

Altazimut Omegon

In Sachen Montierung sprechen wir bei diesem Teleskop von einer parallaktischen Einheit, die an der Erdachse ausgerichtet wird, um anschließend per Feinjustierung Objekte leicht verfolgen zu können. Das Stativ lässt sich ausziehen und kann damit sowohl auf einem Tisch als auch auf dem Boden nutzen.

Im Vergleich zu anderen Modellen in unserem Teleskop Test liefert das Omegon N114/900 das beste Gesamtpaket für Astronomie-Einsteiger, die nicht zu viel für ihr erstes richtiges Teleskop ausgeben wollen.

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Blende:
114 mm

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Vergrößerung:
Max. 230-fach

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Brennweite:
900 mm

Computer:
Nein


Celestron NexStar 130SLT

Reflektor-Teleskop

In unserem Teleskop Test hat das Celestron NexStar 130SLT sich als zuverlässiges Modell im mittleren Preissegment behauptet, das viele Extras mit sich bringt und sogar computerisiert ist.

Genauer gesagt handelt es sich bei dem Modell um ein Newtonsches Reflektor-Teleskop, das relativ kompakt gehalten wurde und mit einem Eigengewicht von 8 kg verhältnismäßig gut zu transportieren ist. Das Teleskop besitzt 4.000 eingespeicherte Himmelsobjekte, die mit dem Menü in deutscher Sprache schnell und zuverlässig anvisiert werden können. Möglich gemacht wird dies durch die SkyAlign-Technologie von Celestron, mithilfe der das Teleskop an drei hellen Himmelskörpern ausgerichtet werden kann. Es besitzt ein GPS-Modul sowie ein WLAN-Modul und kann sogar per Smartphone oder Computer gesteuert werden.

Altazimut Celestron

Bei der Montierung handelt es sich um eine azimutale Einarm-Montierung, die sich schnell und zuverlässig auf- und abbauen lässt. Diese Montierung eignet sich gut um den Mond und die Planeten des Sonnensystems fotografieren zu können, für Deep-Sky-Aufnahmen bedarf es jedoch einer parallaktischen Montierung, die nicht im Lieferumfang mitinbegriffen ist.

Die Bedienung ist dank der Computersteuerung kinderleicht. Man muss nur den Ort und die Uhrzeit eingeben und drei helle Himmelskörper anvisieren, um die Computersteuerung einzuleiten. Dann kann die Computersteuerung alle weiteren Objekte selbst ansteuern, falls dir das Suchen schwer fällt oder du es lästig findest.

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Blende:
130 mm

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Vergrößerung:
Max. 307-fach

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Brennweite:
650 mm

Computer:
Ja


Celestron NexStar 8 SE 203/2032

Compound Teleskop

Wir sind in der Oberklasse für Amateur-Teleskope in unserem Test angekommen. Das Celestron NexStar 8SE mit einer Öffnung von 203 mm und einer Brennweite von 2032 mm bietet alles, was das ambitionierte Astronomie-Herz begehrt. Bei diesem Modell handelt es sich um ein Schmidt-Cassegrain-Teleskop, eine katadioptrische Bauweise, wodurch der Tubus ohne Einschränkung der Brennweite sehr kurz gehalten werden kann.

Das Teleskop überzeugt mit einem hervorragendem kontrastreichem Bild und einer seltenen Schärfe für uneingeschränktes Vergnügen. Es eignet sich ebenfalls zur Astrofotografie und bietet mit zahlreichem optionalem Zubehör Spielraum, um die Einstellungen nach seinen Belieben anzupassen.

Mit einem Eigengewicht von nur 4,1 kg ist es die beste Wahl, wenn das Teleskop transportiert werden soll. Es ist sehr kompakt und leicht, sollte aufgrund des Preises dennoch mit hoher Sorgfalt transportiert werden.

Neben der hervorragenden Optik besticht auch dieses Modell von Celestron durch seine Fähigkeit sich spielerisch ausrichten zu lassen. Darüber hinaus wurden 40.000 Objekte eingespeichert, die vollautomatisch angesteuert werden können, sobald es richtig ausgerichtet ist.

Das Celestron NexStar 8 SE punktet in unserem Teleskop Test auf ganzer Linie. Für den ambitionierten Astronomen ist dieses Modell eine überzeugende Wahl, die teureren Konkurrenten in nichts nachsteht.

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Blende:
203 mm

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Vergrößerung:
Max. 400-fach

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Brennweite:
900 mm

Computer:
Ja

Die wichtigsten Merkmale eines Teleskops einfach erklärt

Blende

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Die Blende ist mit Sicherheit das wichtigste Merkmal eines Teleskops, wenn es darum geht, wie viel man mit dem Teleskop am Sternenhimmel sehen kann. Die Blendenöffnung bezeichnet den Durchmesser des Hauptspiegels oder der Hauptlinse.

Mehr zu Teleskop-Blenden erfahren

Brennweite

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Unter Brennweite versteht man die Distanz zwischen der Blende und dem Fokuspunkt des Lichtes. Je größer die Brennweite bei gleichem Blendendurchmesser, desto stärker kann das Bild vergrößert werden. Große Brennweiten führen allerdings auch zu großen und schweren Teleskopen, die sich nur schwer transportieren lassen.

Vergrößerung

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Die Vergrößerung eines Teleskops gibt an, wie groß ein Objekt im Vergleich zur Sichtung mit bloßem Auge erscheint. Die Vergrößerung sollte im Einklang zur Blendengröße stehen, da die Bildqualität sonst abnimmt, wenn sie zu stark durch das Okular beeinflusst wird.

Mehr zu Teleskop-Blenden erfahren

Computersteuerung

Moderne Teleskope besitzen eine Computersteuerung, mit der man sein Gerät automatisch an bestimmten Objekten oder im Falle eines katadioprischen Teleskops die Polhöhe richtig ausrichten kann. Außerdem lassen sich so auch automatisiert bestimmte Himmelsobjekte verfolgen, ohne ständig nachjustieren zu müssen.


Die unterschiedlichen Teleskop-Bauarten

Nicht jedes Teleskop ist gleich. Sie unterscheiden sich massiv in ihrer Bauweise, deren 3 übergeordnete Kategorien du auf alle Fälle kennen solltest.

Refraktor-Teleskope

Das Refraktor-Teleskop ist der Klassiker unter den Teleskopen. Hierbei fällt das Licht durch die Sammellinse und projiziert ein Bild ans Ende der Röhre. Dieses Bild wird vom Auge mithilfe eines Okulars vergrößert.

Mehr zu Refraktor-Teleskopen

Reflektor-Teleskope

Die zweite wichtige Bauart sind die Reflektor-Teleskope, bei denen ein Spiegel genutzt wird, um Licht zu sammeln. Das gesammelte Licht wird von einem Fangspiegel weitergeleitet und mit dem Okular vergrößert.

Mehr zu Reflektor-Teleskopen

Katadioptrische Teleskope

Katadioptrische Teleskope wurden in den 1930er Jahre aus dem Verlangen heraus erfunden, ein Teleskop zu erschaffen, dass die Vorzüge von Refraktor- und Reflektor-Teleskopen miteinander verbindet.

Mehr zu Katadioptrischen Teleskopen


Die verschiedenen Teleskop Montierungen erklärt

Azimutale Montierung

Teleskop Test Montierung Azimutal

Die azimutale Montierung, auch Altazimut genannt, ist die einfachste Befestigung für ein Teleskop. Sie besitzt zwei Achsen, auf der sie sich das Teleskop vertikal und horizontal frei bewegen lässt.

Mehr zur azimutalen Teleskop-Montierung lesen

Parallaktische Montierung

Die parallaktische bzw. äquatoriale Montierung des Teleskops ist die aufwendigere Befestigung eines Teleskops. Die Rotationsachse muss vor jeder Benutzung an die Erdachse angeglichen werden.

Mehr zur parallaktischen Teleskop-Montierung lesen

Parallaktische oder Azimutale Montierung – Was ist besser?

Keine der beiden Montierung ist per se besser als ihr Gegenspieler. Es kommt immer auf den Verwendungszweck an. Falls du eine kostengünstige Montierung bevorzugst, die schnell und unkompliziert aufgebaut werden kann, sollte ein Altazimut das Mittel deiner Wahl sein. Falls du planst, dich mit der Astrofotografie zu beschäftigen, solltest du jedoch unbedingt eine parallaktische Montierung wählen, auch wenn die perfekte Ausrichtung entlang der Erdachse anfangs etwas Geschick und Geduld erfordert.


Ist größer immer besser - Teleskope im Test

Größere Teleskope besitzen die Fähigkeit, mehr Licht einzufangen, auch dann wenn die Lichtquelle noch so schwach ist. Das macht solche Modelle für besonders schwach leuchtende Objekte wie Sternennebel und weit entfernte Galaxien begehrenswert.

Große Teleskope haben jedoch einen massiven Nachteil: Sie sind schwer, immobil und lassen sich nur mit Mühe einpacken und woanders wieder aufbauen.

Das trübt gerade anfangs die Freude des regelmäßigen Teleskopierens. Was bringt schließlich das teuerste, größte und beste Teleskop, wenn es so unhandlich ist, dass es jedes Mal ein Krampf ist, das Monstrum aufzubauen? Im Schrank oder im Keller dient es jedenfalls nur als gigantischer Staubfänger.

Überlegungen zum Preis. Was ich aus 3 Jahren Astronomie gelernt habe!

Teleskop Computersteuerung

Foto: Valerio Pard / Shutterstock.com

Gerade als Einsteiger ist die Versuchung groß, sich ein günstiges Modell zu kaufen, um zu testen, ob dieses Hobby überhaupt etwas für dich ist. Aber bitte denk dran, dass Teleskope gut verarbeitet sein müssen und die Herstellung der Modelle, die wir in unserem Teleskop Test untersucht haben, auch nicht umsonst ist.

Für eine ordentliche Bildqualität solltest du für ein neues Teleskop mindestens 200 € einplanen. Darunter werden vereinzelt auch annehmbare Einsteigermodelle angeboten aber auch viel Schrott, der sich zur ambitionierten Sternbetrachtung nicht eignet.

Gerade dann, wenn du nicht bei einem Fachhändler bestellst, unseren Teleskop Test nicht zu Rate ziehst und stattdessen das erstbeste Supermarkt-Teleskop kaufst, kaufst du die Ernüchterung gleich mit ein – Zu schade für solch ein vielfältiges, außergewöhnliches Hobby mit dem sich nur wenige Leute ernsthaft beschäftigen (wollen).

Gleichzeitig solltest du als Einsteiger auch nicht das teuerste und größte Teleskop kaufen, das du finden kannst. Solche Modelle kosten schnell mehrere Tausend Euro und möglicherweise ist dein Interesse an Astronomie doch nicht so groß wie gedacht. Teleskope im mittleren Preissegment reichen für den Einsteiger bestens aus, um großartige Resultate zu erzielen. Das gesparte Geld kannst du im Anschluss in gutes Zubehör, gerade für die Astrofotografie, investieren.

Fazit zu unserem Teleskop Test: Gibt es das perfekte Teleskop?

Ja, das perfekte Teleskop gibt es. Das perfekte Teleskop ist das, welches du am häufigsten benutzt. Und das perfekte Teleskop hängt von vielen individuellen Faktoren ab, die sich danach richten, wofür du es nutzen möchtest. Hier einige Anhaltspunkte, die dich einen Schritt näher zu deinem perfekten Teleskop bringen werden:

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    Blendengröße – Große Blenden benötigen eine hochwertige Konstruktion und aufeinander abgestimmte Komponenten
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    Bauweise – Die Bauweise hat massiven Einfluss auf die Bildqualität, die maximale Blendengröße und der Platzverbrauch des Teleskops
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    Montierung – Während azimutale Montierungen sehr günstig sind, eignen sich parallaktische Montierungen besser für anspruchsvolle Astronomie und Astrofotografie
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    Gewicht – Falls du das Teleskop transportieren willst, darf es dir nicht zu schwer sein
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    Preis – „Start small – Grow big“ ist ein beliebtes Sprichwort. Fange langsam an und arbeite dich nach oben. Es kann sich auch lohnen ein gebrauchtes Teleskop für einen Bruchteil des Preises zu kaufen

Einfache Tipps, um das beste aus deinem neuen Teleskop herauszuholen

Teleskop Fazit
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    Beginne mit den einfachen Objekten unseres Sonnensystems. Sie sind leicht zu lokalisieren und du kannst sie aus einer noch nie gesehenen, interessanten Perspektive betrachten.
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    Am besten lässt sich das Teleskop dann verwenden, wenn der Mond in der Neumondphase steckt. Dann ist der Sternenhimmel dunkel und wird nicht durch das reflektierte Licht des Mondes gestört.
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    Starte idealerweise mit einer geringen Vergrößerung, um die Objekte leicht aufspüren zu können und wechsle dann zu einer stärkeren Vergrößerung (anderes Okular).
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    Sorge für einen ebenen Untergrund. Gerade wenn man das Teleskop im Freien verwenden möchte, ist ein ebener Untergrund wichtig, damit das Bild nicht verwackelt.
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    Gehe vorsichtig mit deinem Teleskop um. Teleskope sind heute zwar resistenter als vor ein paar Jahrzehnten, trotzdem solltest du dich in der Nähe des Teleskops vorsichtig und nicht hektisch bewegen.
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